Immer mehr Menschen landen mit „Avocado-Hand“ im Krankenhaus

Die sogenannte „Avocado-Hand“ beschäftigt deutsche Krankenhäuser schon länger. Jetzt macht ein Klinikum auf die Zahlen aufmerksam und schlägt Alarm, weil immer mehr Menschen mit Verletzungen in der Notaufnahme landen.
Immer mehr Menschen landen mit „Avocado-Hand“ im Krankenhaus
iStock / upixa

Schon seit einigen Jahren kann man immer wieder von der sogenannten „Avocado-Hand“ lesen. Dabei handelt es sich um ein Phänomen, das sich mit der wachsenden Beliebtheit der birnenförmigen Frucht ebenfalls weiter verbreitet. Dahinter steckt keine Krankheit oder Ähnliches, sondern ein bestimmtes Verletzungsmuster, das typischerweise beim Schneiden einer Avocado entsteht.

Diese Verletzungen gehören zu einer „Avocado-Hand“

Avocados haben sich auch hierzulande längst als Superfood in allen Supermärkten etabliert, auch wenn man inzwischen auch um die Nachteile wie den hohen Wasserverbrauch weiß. Dafür liefert die Frucht viele einfach ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Kalium sowie wichtige Vitamine.

Um an diese Inhaltsstoffe heranzukommen, muss man die Frucht allerdings zunächst öffnen. Typischerweise wird sie dabei in der hohlen Hand gehalten, während die andere Hand das Messer führt – und genau dabei entstehen die inzwischen als typische Avocado-Hand bezeichneten Verletzungen.

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Diese befinden sich in der Regel in der Handfläche oder auch in den Fingerbeugen und werden verursacht, weil jemand beim Schneiden mit dem Messer abrutscht. Zwar mag ein Schnitt in der Hand nicht besonders gefährlich wirken, allerdings befinden sich dort wichtige Nerven und Arterien.

Experten warnen vor steigenden Zahlen

Aufgrund stetig steigender Zahlen warnt nun das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) vor der Avocado-Hand beziehungsweise dem unsachgemäßen Schneiden der Frucht. Zwischen Anfang 2020 und Mitte 2026 mussten 83 solcher Verletzungen behandelt werden – allein am UKSH. Und das sind nur die Fälle, die am Ende erfasst wurden, weil sie in der Notaufnahme behandelt wurden.

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Teilweise waren im Anschluss auch größere Operationen nötig, um bestimmte Handfunktionen zu retten. Die Zahlen zeigen, dass Frauen dabei mit 81,9 Prozent deutlich häufiger betroffen sind als Männer und dass zudem die Hälfte der Betroffenen zwischen 20 und 29 Jahren alt war. Das spiegelt gewisse Ernährungstrends wider.

Das deutsche Klinikum ist auch nicht die einzige Einrichtung, die Alarm schlägt. Bereits 2020 wird im Fachmagazin „The American Journal of Emergency Medicine“ vor einer massiven Zunahme an Handverletzungen gewarnt. Dabei gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen dem Avocado-Konsum und den Zahlen der Notaufnahmen. So wurden in den USA zwischen 2013 und 2017 mehr als 27.000 entsprechende Fälle registriert.

Univesitätsklinikum SK warnt vor Zahlen zu Avocado-Hand: Gebäude des Klinikums mit Notaufnahme

Wie man eine Avocado richtig schneidet

Die meisten Verletzungen entstehen, weil die Frucht nicht richtig geschnitten und vor allem beim Schneiden in der Hand gehalten wird. Das sollte man nach Möglichkeit unbedingt vermeiden, egal, worum es geht. Das Risiko, in einem Moment der Unachtsamkeit abzurutschen, ist groß. Stattdessen sollte man wie folgt vorgehen, um eine Avocado-Hand zu vermeiden:

  • Avocado auf ein Schneidebrett legen.
  • Die Frucht auf dem Brett (nicht in der Hand!) der Länge nach aufschneiden, indem man das Messer komplett um den harten Kern herumzieht.
  • Anschließend die Hälften trennen, indem man sie sanft am Kern in entgegengesetzte Richtungen dreht. In einer Hälfte bleibt der Kern dann zurück.
  • Um den Kern zu entfernen, nutzt man am besten einen Löffel, um ihn vorsichtig vom Fruchtfleisch zu trennen.

Wenn man sich doch schneidet, gilt es je nach Tiefe des Schnitts, schnell zu reagieren, indem man mit einem sauberen Tuch und indem man die Hand nach oben hält die Blutung stoppt. Sollte die Blutung nicht aufhören, der Schnitt sehr tief oder auch die Beweglichkeit der Finger eingeschränkt sein, dann sollte man unbedingt eine Notaufnahme aufsuchen und dafür gegebenenfalls auch die 112 wählen.