In Deutschland kann man schon an der blauen Farbe eines Schildes sehen, dass man sich auf der Autobahn befindet oder auf eine zufährt. In anderen Ländern wurden dafür teilweise andere Farben gewählt – es gibt also keine allgemeingültige Regelung dazu. Aber warum hat man sich hierzulande ausgerechnet für Blau entschieden? Dafür gibt es einen simplen, aber durchaus wichtigen Grund.
Schilderfarben in Deutschland
In der Bundesrepublik gibt es, wie in vielen anderen Ländern auch, genaue Regeln für die Beschilderung. Dabei spielen nicht nur die Symbole eine Rolle, auch die Farben sind kein Zufall. Diese Farben gelten bei allgemeinen Schildern:
- Verkehrsrot (RAL 3020 / RAL 3000): Für Verbote, Gefahrenzeichen und den Rand von Stoppschildern
- Signalgelb (RAL 1003 / RAL 1004): Für Warnungen oder temporäre Baustellenmarkierungen
- Verkehrs- oder Signalweiß / Grau: Für Hintergründe und Beschriftungen
- Signalblau (RAL 5005 / RAL 5015): Für Gebote und Richtzeichen (z. B. blaue Hinweisschilder)
Darüber hinaus gibt es aber auch noch genormte Farben für Straßenschilder:
- Blau: Autobahnen und Kraftfahrstraßen (sowie Ziele auf diesen)
- Gelb: Bundesstraßen, Landstraßen und Kreisstraßen außerhalb von Ortschaften (das sogenannte „Gelbe System“)
- Weiß: Innerörtliche Wegweisung und Ziele innerhalb von Städten und Dörfern
- Braun: Touristische Hinweisschilder
Grün spielt hingegen nur eine untergeordnete Rolle und wird teilweise bei Ortsschildern oder auch für Fahrradwege genutzt. Dabei stand die Farbe ursprünglich auch für Autobahnen zur Debatte. Stattdessen hat man sich für Blau entschieden.
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Autobahnschilder sind eine internationale Angelegenheit
Die Farbwahl geht auf ein internationales Abkommen aus dem Jahr 1968 zurück, wobei auch davor schon lange an übergreifenden Regelungen gesucht wurde, um den wachsenden Autoverkehr zu handhaben. Das Ergebnis war das „Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr“, das die Vereinten Nationen auf den Weg brachten.
Das Abkommen legte unter anderem fest, wie Autobahnen überhaupt definiert werden und auch, welche Sicherheitsstandards dabei gelten müssen. Den Ländern wurde anschließend die Wahl gelassen, ob sie lieber Blau oder Grün als Farbe für ihre Beschilderung einsetzen wollten. Voraussetzung war lediglich, dass eine einmal getroffene Farbwahl konsequent umgesetzt werden musste.
Warum Blau eine gute Farbe für Autobahnschilder ist
Am Ende wählten Deutschland und unter anderem auch Frankreich, Spanien und Polen Blau. Grün kommt hingegen beispielsweise in Italien, Schweden oder auch in der Schweiz zum Einsatz, wobei das Alpenland tatsächlich in den 70er-Jahren noch von Blau zu Grün wechselte. Dass Deutschland bei Blau landete, hatte wohl vor allem damit zu tun, dass die Farbe bereits seit den 1930er-Jahren auf den Reichsautobahnen genutzt wurde.
Das lag unter anderem daran, dass die blauen Schilder mit der weißen Schrift gut zu lesen waren. Zum anderen hoben sie sich gut von den gelben Schildern ab. Zudem hat Blau nachweislich eine beruhigende Wirkung, genauso wie Grün, weshalb die finale Auswahl wohl auf diese beiden Farben beschränkt wurde.
Blau hat gegenüber aber einen klaren Vorteil: Es hebt sich besser von der meist grünen Vegetation ab. Verantwortlich für die endgültige Entscheidung für Deutschland war der damalige Generalinspekteur für das Straßenwesen, Fritz Todt.

