Es steckt dasselbe drin, aber der Preis geht mitunter deutlich auseinander – das ist laut ADAC bei Auto-Reparaturen häufiger der Fall. Dazu kommt, dass die Preise generell steigen. Das führt der ADAC unter anderem auf den wachsenden Einfluss der Sensorik zurück, die immer flächendeckender verbaut wird. Einige Hersteller würden dabei vorschreiben, dass die Sensoren ausgetauscht werden müssen, „sobald sie berührt oder minimal beschädigt werden“.
Die gestiegenen Kosten für Reparaturen spüren Autofahrerinnen und Autofahrer auch bei den Versicherungen, die in jüngerer Vergangenheit im Preis vor allem bei Neukundinnen und Neukunden deutlich zugelegt haben. Die Sensorik ist wohl auch mit Schuld daran, dass trotz gleicher Bauweise teilweise deutlich unterschiedliche Preise bei der Reparatur ausgerufen werden.

Auto-Reparatur soll oft „unnötig teuer“ sein
Das zeigt sich etwa beim Vergleich zwischen dem Toyota Corolla und dem Suzuki Swace. Laut ADAC laufen beide Fahrzeuge vom gleichen Band und sollen technisch nahezu identisch sein. Allerdings kostet ein simulierter Frontschaden am Scheinwerfer beim Modell von Suzuki gut 500 Euro mehr als bei dem Toyota-Fahrzeug. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Windschutzscheibe, wo Suzuki-Fahrerinnen und Fahrer knapp 230 Euro mehr bezahlen müssten, laut ADAC ohne ersichtlichen Grund.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher sind diese Preisunterschiede mitunter nur schwer nachzuvollziehen. Grund dafür ist zumindest teilweise, wie auch der Vergleich zwischen anderen Autos zeigt, die teurere Sensoreinheit. Der ADAC kritisiert dabei die Preispolitik und das generelle Herangehen, das „unnötig teuer“ sei. So müssten etwa beim VW Golf direkt beide Steuergeräte ausgetauscht werden, auch wenn nur eine davon beschädigt sei – Kostenpunkt: 674 Euro pro Gerät.
Das liegt offenbar daran, dass eine neue und eine alte Einheit nicht aufeinander abgestimmt werden könnten. Ein weiteres Problem besteht laut ADAC darin, dass viele Hersteller statt einer Reparatur direkt den kompletten Austausch von beschädigten Teilen vorschreiben würden. „Aus Sicht des ADAC ist das eine kaum noch zu rechtfertigende finanzielle Belastung für Autofahrende“, schreibt der Automobilclub auch mit Blick auf die gestiegenen Versicherungspreise.

ADAC gibt Tipps für Verbraucherinnen und Verbraucher für die Auto-Reparatur
Der Appell an die Hersteller lautet deshalb, dass künftig komplexe Bauteile so gestaltet sein sollten, dass sie auch einzeln ausgetauscht werden können. Zudem sollte aus Sicht des ADAC weniger auf Prestige-Technik gesetzt werden, die im Alltag nur wenige Vorteile bringen, dafür aber die Kosten in die Höhe treiben würde. Stattdessen sollte der generelle Fokus wieder mehr auf „Haltbarkeit und Reparaturfreundlichkeit“ liegen
Auto-Besitzerinnen und -Besitzern wird hingegen empfohlen, sich immer einen Kostenvoranschlag geben zu lassen, um vor einer Reparatur die Preise zu vergleichen. Dabei sollte man unter anderem prüfen, ob eine anstehende Reparatur zwangsläufig von einer Partnerwerkstatt der Versicherung durchgeführt werden muss. Zudem würden „komplexe Extras wie Laser-Scheinwerfer oder Kameras statt Außenspiegel“ wenig Mehrwert bieten, weshalb man im Zweifel gut darauf verzichten könne. Bei baugleichen Fahrzeugen anderer Hersteller kann sich ein vergleichender Blick zudem lohnen, wie die Analyse zeigt. Unter Umständen bekommt man einige Teile so günstiger.
