Im Mai und Juni ist Pappelwolle beinahe omnipräsent. Der Spitzname „Sommerschnee“ kommt dabei nicht von ungefähr. Der weiße Flaum erinnert nämlich tatsächlich an Schnee – vor allem, wenn er in größeren Mengen auf dem Boden zum Liegen kommt.
Wie der Name Pappelwolle schon verrät, hat der Flaum etwas mit Pappeln zu tun. Doch woraus genau besteht er? Und warum gibt es in China sogar spezialisierte Einheiten, die den weichen Flaum entfernen, während Expertinnen und Experten zur Vorsicht mahnen?
Baumsamen als weißer „Sommerschnee“
Auch wenn der Begriff Pappelwolle rein optisch passt, handelt es sich genau genommen natürlich nicht um Wolle, sondern um Zellulose. Diese soll wiederum die Samen des Baumes schützen, der auch in Städten häufig vorkommt, da er schnell wächst und zudem mit den oft nährstoffarmen Böden in Städten gut zurechtkommt.
Die Zellulose hilft zunächst bei der Verbreitung, da die Samen durch Wind weiterverbreitet werden können. Bei Regen beschwert und verklumpt der Stoff dann und bettet die Samen optimal im Boden ein. Übrigens enthält der Pappelflaum, entgegen hartnäckiger Gerüchte, an und für sich keine Pollen.
Allergikerinnen und Allergiker müssen dennoch vorsichtig sein, wenn die weichen weißen Baumelemente durch die Gegend fliegen. Denn in den feinen Härchen können sich andere Pollen wie etwa von Gräsern festsetzen; die Pappelwolle wird damit quasi zum „Pollen-Taxi“. Und es gibt noch andere Risiken.

Die Gefahren durch Pappelwolle
Denn auch wenn keine akuten Allergien bedient werden, kann der „Sommerschnee“ dennoch gesundheitsschädigend sein, da die feinen Fasern beim Einatmen die Atemwege reizen. Dazu kommen bei weiter Verbreitung ein Verschmutzungsproblem und eine enorme Brandgefahr. Denn die weichen Härchen sind sehr leicht entflammbar – ein Risiko, das in der warmen Jahreszeit durchaus ernst zu nehmen ist.
Insbesondere China hat diesbezüglich ein Problem. Das liegt daran, dass vor allem in den 70er-Jahren als Wüstenschutz und aufgrund der bereits genannten Vorteile der Bäume viele Pappeln gepflanzt wurden – mit Erfolg. Allerdings produzieren die vornehmlich weiblichen Pappeln pro Frühjahrssaison etwa ein Kilogramm Pappelwolle, und zwar pro Baum.

