Die Corona-Pandemie hat im Leben vieler Menschen einen bedeutenden Einschnitt dargestellt. Monatelange Unsicherheit bei im besten Fall einer Homeoffice-Tätigkeit, während niemand genau wusste, wie schlimm die Auswirkungen der sich weltweit ausbreitenden Corona-Viren tatsächlich sein würden. Viele fürchten seitdem den erneuten Ausbruch einer Pandemie. Was für die breite Bevölkerung nur ein Horror-Szenario sein dürfte, ist für Infektiologinnen und Infektiologen gar nicht so unwahrscheinlich.
So nennt der bekannte US-Infektiologe Patrick Jackson in „The Washington Post“ mehrere, durchaus bekannte Viren, die für die nächste Pandemie verantwortlich sein könnten und dementsprechend 2026 unter genauer Beobachtung stehen. Dazu gehören vor allem die Vogelgrippe, aber auch Mpox und Oropouche, genauso wie HIV, die Masern und natürlich auch noch unbekannte Erreger. Potenzielle Pandemie-Beschleuniger können dabei der fortschreitende Klimawandel und die Globalisierung im Zusammenhang mit dem internationalen Reise- und Warenverkehr sein.

Vogelgrippe-Viren stehen 2026 unter besonderer Beobachtung
Jackson zufolge bestehe aktuell die größte Pandemie-Gefahr durch die bereits bekannte Vogelgrippe. Dahinter steckt das Influenzavirus H5N1, das bereits seit mehr als 30 Jahren vor allem unter Wildvögeln verbreitet ist. 2024 sorgte dann die vermehrte Verbreitung unter Küchen in den USA für Schlagzeilen, zumal es Expertinnen und Experten zufolge bereits Hinweise darauf gegeben hat, dass die Viren von den Rindern auf Menschen übertragen wurden. Influenza-A-Viren gelten in diesem Zusammenhang als besonders gefährlich, weil sie sich schnell verändern und anpassen können.
Mpox (oft auch „Affenpockenvirus“ genannt) wird in diesem Zusammenhang dem Infektiologen Patrick Jackson zufolge ebenfalls beobachtet. Seit 2022 kam es zu vermehrten Übertragungen. Und auch, wenn die Fallzahlen sinken, mahnen Expertinnen und Experten, dass sich die Viren in zahlreichen Ländern auf der ganzen Welt festgesetzt haben. Besonders im Blick behalten müsse man dabei die gefährliche Clade-I-Variante, zumal inzwischen sogar erste Mpox-Fälle in Berlin gemeldet wurden.

Experten fordern internationale Zusammenarbeit zur Überwachung von Virusbedrohungen
Mit Blick auf eine fortschreitende Ausbreitung in Mittel- und Südamerika warnt Jackson zudem vor dem Oropouche-Virus, die zu grippeähnlichen Symptomen führen können. Weltweit nehmen zudem die Masern- und auch die HIV-Infektionen wieder zu. Darüber hinaus müsse man das sich ebenfalls ausbreitende Chikungunya-Virus im Blick behalten und natürlich auch die noch unbekannten Erreger. Dafür brauche es weltweite, aufeinander abgestimmte Überwachungssysteme, mahnt der Infektiologe.
Mit Blick auf mögliche künftige Pandemien ist eine entsprechende Vorbereitung von Politik und Gesellschaft entscheidend. Corona hat gezeigt, wie wichtig etwa ausreichende Kapazitäten der Gesundheitsämter sind. Aber vor allem im Bereich der Schutzausrüstung und beim medizinischen Fachpersonal gab es Engpässe, auf die man im Ernstfall besser vorbereitet sein muss. Zudem nimmt die Forschung zu und die Beobachtung von entsprechenden Viren eine wichtige Rolle ein.
Dabei geht es zum einen um die möglichst frühzeitige Erkennung von Gefahren. Zum anderen müssen dann im Ernstfall den Viren angemessene Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung zu verhindern, ohne das gesellschaftliche Leben zu sehr einzuschränken.
