Trotz null Kalorien: Analyse zeigt <span class="fakt-hl">Einfluss von Süßstoffen</span> auf den Blutzuckerspiegel

Trotz null Kalorien: Analyse zeigt <span class="fakt-hl">Einfluss von Süßstoffen</span> auf den Blutzuckerspiegel
Shutterstock / MDV Edwards

Dass – vor allem raffinierter – Zucker ungesund ist und diverse negative Effekte auf den Körper hat, ist hinlänglich bekannt. Süßstoff gilt oft als gesündere Alternative, mit der man seine Gerichte trotzdem süßen kann – nur ohne die negativen Folgen. Eine neue Analyse deutet jetzt allerdings darauf hin, dass auch Süßstoff einen handfesten Nachteil mit sich bringt, unter dem die Gesundheit leidet.

Warum Zucker so ungesund ist

Zu viel Zucker führt zu Übergewicht, Diabetes sowie Karies, belastet das Herz-Kreislauf-System, begünstigt Zellalterung und noch einiges mehr. Das hängt vor allem damit zusammen, dass Zucker eine hohe Kaloriendichte hat und den Blutzuckerspiegel stark schwanken lässt. Das fördert wiederum Heißhunger. Ein weiteres Problem: Wird dem Körper mehr Zucker zugeführt, als er als Energiequelle verarbeiten kann, wird der Überschuss in Fett umgewandelt. Das führt schnell zu Übergewicht und belastet in der Folge verschiedene Teile des Organismus.

Vor allem mit Blick auf den Blutzuckerspiegel sollen Süßstoffe deshalb die bessere Alternative sein: Sie süßen, ohne den Blutzuckerspiegel so schwanken zu lassen. Deshalb sind sie vor allem in Light-Produkten zu finden. Einer Auswertung eines Teams der Tufts University zufolge ist die Wirkung, die Süßstoffe auf den Stoffwechsel haben, größer als bisher angenommen.

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Frau gibt Süßstoff-Tabletten in ihren Kaffee
Shutterstock / Pheelings media

Mögliche Wirkung auf die Darmflora

Für ihre Analyse verglichen die Forscherinnen und Forscher anhand bereits existierender Studien die Auswirkungen von kalorienfreien Süßstoffen wie Aspartam oder Sucralose mit kalorienfreien Alternativen wie Wasser oder auch Placebos. Dabei zeigte sich, dass Süßstoff zu höheren Nüchtern-Insulinwerten führte.

Dieser Wert gibt an, wie viel Insulin nach einer mindestens 10- bis 12-stündigen Nahrungskarenz im Blut zu finden ist. Er gilt auch als Messwert dafür, wie hart die Bauchspeicheldrüse arbeiten muss und wird in der Regel vor allem morgens gemessen. Dazu kamen in den Studien außerdem höhere Langzeitzuckerwerte (HbA1c).

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Diese Werte lassen den Rückschluss zu, dass bei den getesteten Personen die Insulinempfindlichkeit schlechter ist als bei den Vergleichsgruppen. Aber woran könnte das liegen, wenn nicht an den Kalorien?

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Süßstoff ist vor allem als Zuckerverhinderer gut

Als mögliche Ursache wurde eine Veränderung der Darmflora durch die Süßstoffe identifiziert. Diese gelangen nämlich größtenteils unverändert in den Darm und können so die dortigen Bakterien beeinflussen, die wiederum wichtig für den Stoffwechsel sind. Das Team hinter der Analyse weist jedoch explizit darauf hin, dass keine Schäden durch die Süßstoffe nachgewiesen werden konnten.

Dazu kommt, dass sich die untersuchten Stoffe teilweise deutlich in ihrer chemischen Zusammensetzung und damit auch in der potenziellen Wirkung unterscheiden. Hier wären weitere Untersuchungen nötig, um eine einwandfreie Ursachen-Wirkung herstellen zu können.

Wer also gerne zu Süßstoffen greift, um Zucker zu vermeiden, sollte das auch weiterhin tun, da es nach wissenschaftlichem Stand immer noch die klar bessere Alternative ist. Allerdings raten Expertinnen und Experten zu maßvollem Konsum von Süßstoffen. Belastbare Langzeitstudien zu deren Wirkung liegen noch nicht vor.