Jeder ist schon mindestens einmal im Leben einem Narzissten begegnet. Insbesondere in Beziehungen oder am Arbeitsplatz kann das ein großes Problem sein. Denn das toxische und manipulative Verhalten des Narzissten kann andere emotional und finanziell ruinieren.
Tatsächlich gibt es aber wichtige Unterschiede, die man kennen sollte. „Narzissmus ist erst einmal ein umgangssprachlicher Begriff, der so in der Medizin oder Psychologie nicht definiert ist. Wenn man von einer Erkrankung spricht, geht es um die "Narzisstische Persönlichkeitsstörung"“, erklärte Stefan Röpke, Facharzt für Psychiatrie, gegenüber dem rbb. Es gibt grandiose und vulnerable Merkmale, die sich bei betroffenen sogar oft abwechseln. Der grandiose Narzisst zeichnet sich durch ein übersteigertes Selbstbild, Dominanz, Manipulation und Arroganz aus.

Forscher bestimmten Narzissmus-Score: Deutschland führt das Ranking an
Er versucht andere Menschen zu kontrollieren und zu demütigen und prahlt häufig mit seinen außergewöhnlichen Leistungen. Doch tief in ihm steckt eigentlich eine starke Unsicherheit. Es gibt neben der Persönlichkeitsstörung aber auch einfach nur Menschen, die narzisstische Züge aufweisen, ohne das dies als psychische Erkrankung gilt. Eine Studie aus dem Jahr 2025 hat sich nun mit der Frage beschäftigt, in welchen Ländern der Narzissmus am stärksten ausgeprägt ist. Die Forscher der Michigan State University analysierten zu diesem Zweck die Angaben von 45.000 Menschen aus 53 Nationen. Es wurden Persönlichkeistmerkmale und Tendenzen analysiert.
„Die USA werden in der öffentlichen Debatte oft als Beispiel für Narzissmus angeführt, daher könnte man erwarten, dass sie mit Abstand am höchsten ausgeprägt sind. In Wirklichkeit lagen die USA zwar eher im oberen Bereich, aber sicherlich nicht auf Platz eins“, erklärte William Chopik, Professor für Persönlichkeitspsychologie.
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Tatsächlich hat es Deutschland auf den ersten Platz des Rankings geschafft. Die Bundesrepublik steht mit einem Narzissmus-Score von 90 an der Spitze. Dicht gefolgt vom Irak, China, Nepal und Südkorea. Den niedrigsten Score gab es hingegen für Länder wie Serbien, Irland, Großbritannien, die Niederlande und Dänemark. „Narzissten waren überall präsent, und die Sensibilität gegenüber Hierarchien in kollektivistischen Ländern kann dies noch verschärfen“, heißt es weiter. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass Menschen aus wohlhabenden Ländern eher mit Narzissmus in Verbindung gebracht werden und entsprechende Merkmale aufweisen. Das könnte an der Tatsache liegen, dass Leistung und Selbstdarstellung in diesen Gesellschaften eine wichtige Rolle spielen.
