Silent Book Clubs: Warum Gen Z den Ruhe-Trend feiert und wie er genau funktioniert

Stille statt Smalltalk: Immer mehr Menschen treffen sich in sogenannten Silent Book Clubs. Dahinter steckt tatsächlich viel mehr als ein bloßer Trend.
Silent Book Clubs: Warum Gen Z den Ruhe-Trend feiert und wie er genau funktioniert
iStock / ljubaphoto

In den sozialen Netzwerken ist immer häufiger von einem Trend die Rede, der zwar unscheinbar wirkt, allerdings große Auswirkungen haben kann: Silent Book Clubs. Dabei ist der Name Programm. Die Mitglieder lesen gemeinsam und in Stille. Teilweise werden diese Treffen auch als Silent Reading Partys bezeichnet.

Anders als in traditionellen Buchclubs geht es allerdings nicht darum, sich gemeinsam in ein Buch zu vertiefen und sich anschließend dazu auszutauschen. Stattdessen bringt jede und jeder einfach die aktuelle Lektüre mit, die nach einer kurzen Begrüßungszeit gelesen wird.

Auch in Deutschland gibt es inzwischen zahlreiche Gruppen, die sich entsprechend organisieren und regelmäßig treffen. Doch was soll es überhaupt bringen, in einer Gruppe zu lesen?

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So funktionieren Silent Book Clubs

Silent Book Clubs sind vor allem bei der Gen Z beliebt und sollen im Kern eine Gegenbewegung zum digitalen Medienkonsum, der sehr auf das Smartphone konzentriert ist, sein. In den sozialen Medien findet man entsprechende Beiträge oft mit Hashtags wie „Digital Detox“ oder „Social Anxiety“. Der Lese-Trend soll dem digitalen Dauerstress etwas entgegensetzen.

Deshalb geht es dabei explizit darum, sich nicht alleine mit einem kleinen Bildschirm zu beschäftigen. Stattdessen wird in Gruppen möglichst analog gelesen, wobei es diesbezüglich in der Regel keine festen Vorgaben gibt. Wesentlich ist nur, dass es sich um Bücher handelt und nicht um Zeitschriften oder Magazine, die in erster Linie zur Wissensvermittlung da sind.

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Dabei besteht in Silent Book Clubs keinerlei Lektüredruck, dass man bis zu einem festgelegten Datum ein bestimmtes Werk gelesen haben muss. Gleichzeitig ist man nicht einsam und teilt seine Leseerfahrung in Stille mit anderen, wobei im Anschluss ein Austausch möglich, aber nicht erzwungen ist.

Lesen: Frau sitzt mit einem buch auf dem Schoß und einer Tasse Kaffee
iStock / SolStock

Lesen ist gut für die Gesundheit

Dass Lesen bildet, ist allgemein bekannt. Allerdings gibt es auch andere wissenschaftlich bewiesene Vorteile von Lesen, die sich sogar auf die Gesundheit auswirken können. Auf der negativen Seite stehen zwar fehlende Bewegung und eine Belastung für die Augen. Beides kann man allerdings gut ausgleichen und die Vorteile wiegen das mehr als auf.

So hat eine Langzeitstudie der Yale University aus dem Jahr 2016 herausgefunden, dass Personen, die regelmäßig Bücher lesen, ein um 20 Prozent verringertes Sterberisiko haben und im Schnitt 23 Monate länger leben. Das könnte unter anderem an der nachgewiesenen Stressreduktion liegen. Diese wurde von einem Team der University of Sussex bereits im Jahr 2009 belegt.

Die Forscherinnen und Forscher fanden dabei heraus, dass Lesen das Stresslevel um 68 Prozent senken kann. Damit ist es effektiver als Tee trinken oder Musik hören. Stress führt wiederum zur Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol, was schlecht für das Herz-Kreislauf- und auch für das Immunsystem sowie den Stoffwechsel ist. Lesen kann diese Faktoren minimieren, weil dabei beispielsweise die Herzfrequenz messbar sinkt und sich sogar Muskelverspannungen lösen können.

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Gen Z entdeckt das Lesen wieder für sich

Zudem ist belegt, dass häufiges entspanntes Lesen das Risiko für Depressionen senkt und auch neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz vorbeugen kann. Psychologinnen und Psychologen konnten zudem nachweisen, dass durch Bücher die Empathiefähigkeit gefördert wird, was ebenfalls enorme positive Auswirkungen hat.

Kurz gesagt: Lesen tut noch viel mehr als zu bilden. Deshalb lohnt es sich auch für Nicht-Leseratten, nach einem Silent Book Club in ihrer Nähe zu suchen oder natürlich auch alleine einfach mal wieder ein gutes Buch zu verschlingen. Ganz im Sinne der Kinderbuchautorin Astrid Lindgren heißt es also: „Lies, mein Kind, lies!“