7 Stunden und 19 Minuten: Ist das die perfekte Schlafdauer?

Sechs, sieben oder acht Stunden – über die optimale Schlafdauer wird immer wieder diskutiert. Forscher meinen nun, das perfekte Maß herausgefunden zu haben.
7 Stunden und 19 Minuten: Ist das die perfekte Schlafdauer?
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Dass Schlafen enorm wichtig für die Gesundheit ist, ist bekannt. Dabei zeigen Studien allerdings, dass sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf Schaden anrichten kann. Aber wie viel genau ist denn „zu wenig“ und „zu viel“? Dazu wurde nun eine neue Studie im „BMJ Open Diabetes Research & Care“ veröffentlicht.

Für die Beobachtungsstudie wurden Daten von mehr als 23.400 erwachsenen Personen ausgewertet. Dabei wurde vor allem die sogenannte Estimated Glucose Disposal Rate, kurz eGDR, untersucht. Diese spielt bei der Einschätzung der Insulinempfindlichkeit eine große Rolle und gibt an, wie sensibel der Körper auf das Peptidhormon reagiert. Je niedriger dieser Wert ist, desto höher ist das Risiko für Stoffwechselstörungen, Typ-2-Diabetes und auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch was hat das alles mit dem Schlafen zu tun?

Die ideale Schlafdauer wird immer wieder wissenschaftlich untersucht

Die Studie hat einen klaren Zusammenhang zwischen der Schlafdauer und der Stoffwechselgesundheit hergestellt. Das scheint auch sinnvoll, da die Nachtruhe eine Auswirkung auf den Stoffwechsel hat. Den Studienergebnissen zufolge ergibt sich dabei ein Zusammenhang in Form einer umgekehrten U-Kurve. Das soll heißen: Je länger man schläft, desto besser ist es für den Stoffwechsel – allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt. Dann geht die Wirkung wieder zurück.

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Zurück auf den eGDR-Wert bezogen bedeutet das, dass der Schlummer dafür sorgt, dass der Wert und somit die Insulinempfindlichkeit ansteigen. Ab einer gewissen Schlafdauer kehrte sich dieser Effekt allerdings um und es ergab sich ein wachsender negativer Einfluss. Diesen Punkt konnten die Forscherinnen und Forscher bei durchschnittlich 7,32 Stunden festlegen, was umgerechnet sieben Stunden und 19 Minuten sind.

Frau glücklich beim Schlafen
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Sind 7,32 Stunden die magische Grenze?

Personen, die weniger als diese sieben Stunden und 19 Minuten geruht hatten, profitierten mit wachsender Dauer von steigenden eGDR-Werten. Ab dieser Zeitmarke kippte es dann aber wieder sukzessive ins Gegenteil. Und noch eine Beobachtung konnte im Rahmen der Studie gemacht werden. So zeigte sich, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tatsächlich am Wochenende Schlaf „nachholen“ konnten, den sie unter der Woche versäumt hatten.

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Allerdings scheint es auch dafür Grenzen zu geben. Bei ein bis zwei Stunden längerem Schlummern war immer noch ein positiver Effekt zu beobachten, allerdings auch nur bei Personen, die unter der Woche zu wenig Ruhe hatten. Das verkehrte sich allerdings zunehmend ins Gegenteil, je länger die Personen schliefen. Wer sich also auch nach einer zwölfstündigen Bettruhe müde und abgeschlagen fühlt, sollte eher weniger schlafen und nicht mehr. Dazu kommt, dass ein deutliches Abweichen von den üblichen Ruhezeiten die innere Uhr und damit den ganzen Kreislauf durcheinanderbringt.

Zu langes Schlafen ist laut Studie ungesund

Mit Blick auf die Studie ist es allerdings wichtig zu betonen, dass sie keinen klaren Beleg für das Ursache-Wirkung-Prinzip liefert. Zudem muss berücksichtigt werden, dass die Angaben zur Schlafdauer auf Einschätzungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer basieren, nicht auf exakten Messwerten. Außerdem handelt es sich bei den gut sieben Stunden um einen durchschnittlichen Wert, der von Person zu Person abweichen kann.

Allerdings deckt sich der Wert mit bisherigen Untersuchungen zu Schlafqualität und -dauer. Und die Studie liefert einen validen Beleg dafür, dass Ausschlafen nicht immer alles ist und teilweise sogar negative Effekte haben kann.