Rotaviren in Deutschland: Experten warnen vor hochansteckender Magen-Darm-Erkrankung

Mehrere Krankenkassen beobachten, wie sich die hochansteckenden Rotaviren in Deutschland wieder vermehrt ausbreiten. Die Erreger können teils heftige Magen-Darm-Beschwerden auslösen.
Rotaviren in Deutschland: Experten warnen vor hochansteckender Magen-Darm-Erkrankung
Kitsawet Saethao/Shutterstock

Neben der Grippe und anderen Atemwegserkrankungen breiten sich momentan auch die sogenannten Rotaviren in Deutschland aus. Der aktuelle Wochenbericht des Landesgesundheitsamts Niedersachsen zeigt, dass sowohl Noroviren als auch Rotaviren für Magen-Darm-Erkrankungen sorgen.

„Beide Erreger verursachen Magen-Darm-Beschwerden mit zum Teil heftigem Erbrechen und starken Durchfällen bei meist ausgeprägtem Krankheitsgefühl“, heißt es in dem Bericht. Mediziner machen immer wieder auf das Risiko aufmerksam, da beide Erreger als hochansteckend gelten. Durch eine Schmierinfektion kommt es insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen zu einem gehäuften Auftreten der Erkrankung.

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Infektionsfälle steigen seit Monaten an: Rotaviren können gefährlich werden

Wie die Techniker Krankenkasse berichtete, traten schon im vergangenen Jahr mehr Infektionen auf als 2024. In Thüringen kam es 2025 zu 2.2000 gemeldeten Fällen – im Vorjahr waren es noch rund 1.700 Fälle. Für gesunde Erwachsene sind Rotaviren nicht gefährlich, doch insbesondere bei Kleinkindern kann eine Infektion lebensbedrohlich verlaufen, was mit dem hohen Flüssigkeitsverlust zusammenhängt. Doch auch Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen müssen vorsichtig sein.

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Durch das Erbrechen und den Durchfall breiten sich die Erreger sehr leicht aus. Deshalb sollten sämtliche Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Außerdem steht eine Impfung zur Verfügung. Die STIKO empfiehlt beispielsweise eine entsprechende Schluckimpfung für Säuglinge. Auch in Schleswig-Holstein wird vor dem Virus gewarnt. Wie eine Sprecherin der Krankenkasse AOK NordWest erklärte, gab es 2025 948 gemeldete Fälle. Die Experten erklären, dass sich die Fallzahlen bald wieder auf demselben Niveau wie vor der Corona-Pandemie befinden könnten. Der Erreger verbreitet sich am häufigsten in Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kitas.