Während viele Menschen absichtlich zu zahlreichen Bierflaschen greifen, um betrunken zu sein, erreicht Matthew Hogg diesen Zustand auch so. Er fühlt sich immer wie im Rausch und kann diesen Zustand keinesfalls genießen. Stattdessen leidet er unter einer seltenen Krankheit.
„Ich litt während meiner gesamten Kindheit an Verdauungsstörungen. Zunächst wurde bei mir das Reizdarmsyndrom diagnostiziert, aber als Teenager verschlimmerten sich meine Symptome erheblich, beispielsweise Blähungen und Gasbildung nach dem Essen – so sehr, dass ich das Brodeln der Gärung in meinem Unterbauch spüren konnte“, berichtet der Betroffene. Schließlich wurde bei ihm das sogenannte Eigenbrauer-Syndrom diagnostiziert.

"Ich hatte Ambitionen": Matthew fühlt sich durch das Eigenbrauer-Syndrom ständig "betrunken"
Bei dieser Erkrankung wandeln Hefepilze oder Bakterien im Darm Kohlenhydrate aus der Nahrung in Alkohol um. Obwohl der Patient gar keinen Alkohol getrunken hat, fühlt er sich wie andere Menschen nach mehreren Gläsern Wein. Betroffene leiden unter Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Schwindel und Depressionen. Auch die Leber leidet unter der ständigen Belastung. Matthew lebt nun schon seit 20 Jahren mit dieser Erkrankung.
Seine Symptome verschlimmerten sich über die Jahre. In einem Interview mit VICE berichtet er von „pochenden Kopfschmerzen, starker Übelkeit, gelegentlichem Erbrechen, Dehydrierung, Mundtrockenheit, kaltem Schweiß und zittrigen Händen“. „Es war, als wäre ich in der Nacht zuvor ausgegangen und hätte die Bar leer getrunken, aber ich hatte keinen Alkohol konsumiert.“ Früher war Matthew begeisterter Sportler, doch aufgrund der Symptome musste er mit dem Training aufhören. Auch sein Sozialleben ist stark beeinträchtigt.
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Betroffene leiden unter zahlreichen Symptomen
Doch Matthew will nicht aufgeben und um seine Gesundheit kämpfen. „Ich hatte Ambitionen, Akademiker, Profisportler, Wissenschaftler, Ingenieur oder Pilot zu werden. Jetzt bin ich fast 35 Jahre alt und verbringe meine Tage zu Hause, wobei jeder Tag ein Kampf ist – obwohl ich mein Bestes tue, um positiv zu bleiben und meine Freundschaften zu pflegen, und ich glaube, dass ich eines Tages meine Gesundheit wiedererlangen werde“, heißt es weiter. Er ist insbesondere für die Hilfe seiner Familie dankbar und betonte, wie wichtig es ist, seine Gesundheit nicht als selbstverständlich anzusehen.
