Kinder tun es, aber auch einige Erwachsene – es geht ums Popeln. Das In-der-Nase-Bohren gilt allgemein als unappetitlich und ist deshalb in der Öffentlichkeit eher selten zu beobachten. Dabei geht es um einen im Prinzip recht natürlichen Vorgang, bei dem eine Person verhärteten Nasenschleim oder andere Verunreinigungen aus der Nase entfernen möchte. Oft ist das Verhalten nahezu reflexhaft.
Expertinnen und Experten raten jedoch teilweise davon ab, da die Nasenschleimhaut empfindlich ist. Eine Studie soll wiederum nachgewiesen haben, dass Nasenbohren beziehungsweise das Essen von Popeln sogar gesundheitliche Vorteile haben kann. Stimmt das?
Schutz für die Zähne durch Glykoproteine
Die besagte Studie wurde von einem Team der Harvard University und des Massachusetts Institute of Technology durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass ein Teil des Nasenschleims gut für die Mundgesundheit sein kann. Konkret geht es um die im Sekret und somit auch in Popeln enthaltenen Mucine. Hierbei handelt es sich um lebenswichtige Glykoproteine, die ein Hauptbestandteil des menschlichen Schleims sind.
Sie wehren gefährliche Keime ab, schützen das Gewebe und sorgen zudem für reibungsfreie Bewegungen etwa bei Schleimhäuten. Die Studie hat festgestellt, dass Mucine, wenn sie in den Mund gelangen, dort eine Art Schutzschicht bilden und etwa Karies vorbeugen. Allerdings bezieht sich die Forschung auf Speichel und nicht speziell auf Nasensekret. Es gibt also keine klinische Studie, die einen direkten Zusammenhang zwischen dem Essen von Popeln und Kariesschutz herstellt.
Nasenbohren kann dem österreichischen Lungenarzt Prof. Dr. Friedrich Bischinger zufolge auch für das Immunsystem von Vorteil sein. Das Entfernen von Popeln aus der Nase soll dabei einer mechanischen Reinigung gleichkommen. Eine freie Nase bedeutet nämlich, dass der Körper besser mit Sauerstoff versorgt wird. Allerdings gibt es auch dazu keine klinischen Studien.

Warum man beim Popeln vorsichtig sein sollte
Entsprechend bedeutet das alles nicht, dass Nasenbohren und das Essen von Popeln grundsätzlich empfehlenswert sind. Zum einen können so nämlich auch Keime aus der Nase in den Körper gelangen. Zum anderen besteht auch die Gefahr, auf diese Weise etwa Bakterien von den Händen tief in die Nase zu schieben, was nicht zu vernachlässigen ist.
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Expertinnen und Experten warnen zudem vor Mikroverletzungen durch Popeln. Eventuell entstehende Krusten können den Nasenfluss blockieren und im schlimmsten Fall kann es sogar zu Entzündungen oder einem Loch in der Nasenscheidewand kommen. Deshalb ist es wichtig, beim In-der-Nase-Bohren vorsichtig vorzugehen und sich vorher die Hände zu waschen.
Bei Schmerzen oder sogar bei Nasenbluten sollte man zudem unbedingt davon absehen. Stattdessen wird empfohlen, die Nase vorsichtig durch Schnäuzen oder mittels Salben und Spülungen sauber zu halten.

