Neues Medikament gegen aggressiven Krebs zugelassen

Pankreaskrebs gilt als eine der aggressivsten Krebsarten. Jetzt macht ein neu zugelassenes Medikament Experten und auch Patienten Hoffnung.
Neues Medikament gegen aggressiven Krebs zugelassen
Shutterstock / ART-ur

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat ein Medikament zur Behandlung von Pankreaskrebs zugelassen. Bei dem Mittel handelt es sich um Daraxonrasib, das nun unter dem Handelsnamen Rasonque zugelassen ist. Expertinnen und Experten feiern das als möglichen Durchbruch in der Krebsforschung und in der Bekämpfung der aggressiven Krebsart.

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Zuvor wurde das Medikament in der Studie „RASolute 302“ an 500 Patientinnen und Patienten mit bösartigem, sogenanntem duktalem Bauchspeicheldrüsenkrebs getestet. Davon erhielten 248 Patientinnen und Patienten täglich Daraxonrasib als Tablette, 252 absolvierten hingegen eine Standard-Chemotherapie. Der Vergleich zeigte, dass die Personen mit dem Medikament im Mittel 13,2 Monate lebten. Das ist doppelt so viel wie der Wert der Vergleichsgruppe. Bei dieser lag die mittlere Überlebenszeit bei 6,6 bis 6,7 Monaten.

Zudem stieg die Zeitspanne an, in der die Erkrankung nicht weiter voranschritt und es zeigten sich weniger schwere Nebenwirkungen als bei einer Chemotherapie. Expertinnen und Experten betonen, wie wichtig auch aus klinischer Sicht das verlängerte Überleben der Erkrankten ist.

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Was ist Pankreaskrebs überhaupt?

Pankreaskrebs, auch Pankreaskarzinom genannt, befällt genau dieses Organ, also die Bauchspeicheldrüse. In Deutschland erkranken dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) zufolge pro Jahr etwa 20.000 Personen an diesem Krebs, wobei das Risiko, wie bei den meisten Krebsarten, mit dem Alter steigt. Dabei können sowohl das exokrine als auch das endokrine Gewebe des Organs betroffen sein.

In den Drüsenzellen des exokrinen Gewebes, das im Schnitt häufiger von Tumorzellen befallen wird, werden Verdauungssäfte gebildet, die dann in den Darm geleitet werden und dort eine wichtige Funktion bei der Verdauung erfüllen. Im endokrinen Gewebe wiederum findet man hormonbildende Zellen, die wichtige Stoffe wie beispielsweise Glucagon und auch Insulin produzieren. Entsprechend hat die Bauchspeicheldrüse eine sehr relevante Rolle bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels.

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Warum ein Pankreaskarzinom so gefährlich ist

In frühen Stadien der Erkrankung haben Betroffene oft keine Beschwerden und jene, die auftreten, sind häufig eher unspezifisch. Dazu gehören beispielsweise Schmerzen im Oberbauch oder im Rücken oder Appetitlosigkeit. Einige Anzeichen sind eindeutiger, wie beispielsweise Gelbsucht oder sogenannter Fettstuhlgang, der dann unter anderem eine hellere Farbe hat.

Die häufig unauffällige Symptomatik erschwert wiederum die Früherkennung, was die Behandlung negativ beeinflusst. Auch deshalb fällt die Prognose bei Pankreaskrebs oft ungünstig für die Erkrankten aus. Mehr als 50 Prozent der Betroffenen erfahren erst von der Erkrankung, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben und obwohl sein generelle Anteil an Krebserkrankungen gering ist, so liegt Pankreaskrebs dennoch auf Platz 4 der häufigsten Krebstodesursachen. Ist der Krebs dann weiter fortgeschritten, kommt es oft zu folgenden Symptomen:

  • unspezifische Schmerzen und Verdauungsstörungen
  • Wasseransammlungen im Bauchraum
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • gestörte Blutgerinnung
Symbolbild für Symptome von Pankreaskrebs: Frau mit Bauchschmerzen
Shutterstock / sebra

Zulassung des Medikaments auch für weitere Krebsforschung relevant

In vielen Fällen verläuft eine Pankreaskrebs-Erkrankung tödlich. Wohl auch deshalb wurde die FDA-Zulassung beschleunigt. Die Arzneimittelbehörde hat Rasonque einen besonderen Status als Therapiedurchbruch und den Orphan-Drug-Status für Medikamente gegen seltene Erkrankungen erteilt, um das Verfahren zu beschleunigen.

In einer Pressemitteilung erklärt FDA-Kommissar Kyle Diamantas dazu: „Die Zulassung bietet eine entscheidende neue Option für Patienten mit einer außerordentlich schwierigen und historisch schwer zu behandelnden Krebserkrankung.“ Voraussetzung für eine Behandlung mit dem Medikament ist allerdings, dass Patientinnen und Patienten bereits eine systemische Krebstherapie mit Medikamenten erhalten haben und dass eine systemische Kombinationstherapie, bei der mehrere Medikamente gleichzeitig oder nacheinander eingesetzt werden, ausgeschlossen wurde.

Weiterführende Forschung beschäftigt sich nun damit, ob Daraxonrasib neben Pankreaskrebs auch gegen andere Krebsarten wirksam sein könnte. Hoffnungen bestehen dabei vor allem mit Blick auf Darm- und Lungenkrebs. Noch ist nicht bekannt, ob das Medikament auch in Europa zugelassen wird; es gilt aber als wahrscheinlich.