Jedes Jahr erkranken etwa 20.000 Personen an dem auch als Pankreaskarzinom bezeichneten Bauchspeicheldrüsenkrebs. Statistisch gesehen kommt die Krebserkrankung bei Männern etwas häufiger vor als bei Frauen, wobei grundsätzlich mit dem Alter auch das Risiko steigt, wie unter anderem die Deutsche Krebshilfe schildert.
Bis heute sind die Ursachen für Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht eindeutig geklärt. Zwar konnten wissenschaftliche Studien einen Zusammenhang mit bekannten Risikofaktoren wie Rauchen und Alkoholkonsum belegen. Vieles muss aber noch weiter untersucht werden. Jetzt gibt es allerdings vielversprechende Ergebnisse im Bereich der Impfstoffe.
Ein Team der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore (Maryland, USA) hat eine erste Studie an Menschen durchgeführt. Dabei wurde 20 Personen mit einem hohen Risiko das Mittel mKRAS-VAX verabreicht. Die anschließend veröffentlichten Werte machen Hoffnung.
Heilungschancen bei Bauchspeicheldrüsen sind bei früher Entdeckung besser
Von den 20 ausgewählten Probandinnen und Probanden hatte niemand Bauchspeicheldrüsenkrebs. Jedoch bestand bei allen ein hohes Risiko und sie hatten auffällige Befunde der Bauchspeicheldrüse. Im Rahmen der im „Cancer Discovery“ erschienenen Studie erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über einen Zeitraum von 13 Wochen insgesamt vier Spritzen.
18 von ihnen zeigten anschließend eine messbare Antwort des Immunsystems. Bei fünf Personen konnte zudem festgestellt werden, dass kleinere Zysten an der Bauchspeicheldrüse vollständig verschwanden, bei drei weiteren schrumpften sie zumindest. Es ist zwar unklar, inwiefern das in direktem Zusammenhang mit dem Impfstoff steht, allerdings sind die Beobachtungen dennoch bemerkenswert und können ein Ausgangspunkt für gezielte Untersuchungen sein.

Vor allem Personen mit hohem Risiko könnten profitieren
Einordnend muss zudem hinzugefügt werden, dass es sich um eine Phase-1-Studie handelte, bei der es in erster Linie um die Sicherheit und Verträglichkeit eines neuen Medikaments geht. Entsprechend vorsichtig war auch Elizabeth Jaffee vom Johns Hopkins Kimmel Cancer Center in ihrer Bewertung. Aber die Expertin erklärt auch: „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Immunsystem aktiviert wird.“ Es gebe noch viel Forschungsarbeit zu tun, allerdings sei die Studie ein guter Start gewesen.
Dieser Start könnte vor allem für Personen mit einem erhöhten Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, wichtig sein. Das in der Studie gespitzte Mittel kam bisher nur bei operierten Krebspatientinnen und -patienten zum Einsatz, wo eine deutliche Immunreaktion festgestellt werden konnte. Nun erhofft man sich eine vorbeugende Reaktion bei Personen mit Risiko.
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Diese vorbeugenden Impfungen gegen Krebs gibt es bereits
Im Bereich der Krebs-Impfungen wurden in den vergangenen Jahrzehnten bereits teilweise große Fortschritte erzielt. Dabei muss man zwischen vorbeugenden und therapeutischen Impfungen unterscheiden. Denn während erstere tatsächlich die Wahrscheinlichkeit verringern, an einer bestimmten Krebsart zu erkranken, soll die andere dem Körper dabei helfen, bereits vorhandene Tumore zu bekämpfen. Im vorbeugenden Bereich gibt es bereits folgende Impfungen:
- HPV-Impfung (gegen Gebärmutterhalskrebs)
- Hepatitis-B-Impfung (gegen Leberkrebs)
Bei den therapeutischen Stoffen spielen hingegen vor allem seit Corona mRNA-Wirkstoffe eine große Rolle. Vor allem im Bereich des besonders gefährlichen schwarzen Hautkrebses sind die Forschungen weit fortgeschritten und zeigen, dass die Heilungschancen erhöht und das Risiko weiterer Metastasen verringert werden kann. Darüber hinaus gibt es noch gänzlich andere Ansätze, bei denen etwa mit körpereigenen Immunzellen oder auch mit Eiweißbestandteilen des Tumors geimpft wird.

