In Canterbury im Südosten von England ist es zu einem außergewöhnlichen Ausbruch von Meningitis gekommen. Zunächst war nur von einigen Infizierten die Rede, dann wurden zwei Todesfälle bekannt: zum einen ein junger Student, zum anderen eine 18-jährige Schülerin. Insgesamt sind inzwischen 18 Meningokokken-Infektionen festgestellt worden, dazu kommen elf Verdachtsfälle.
Dass vor allem junge Menschen von der Meningitis betroffen sind, hängt mit der Verbreitung durch Tröpfcheninfektion zusammen. Jüngere Altersgruppen kommen öfter auf engem Raum zusammen. In Großbritannien gilt beispielsweise eine Party in einem Nachtclub als Hauptansteckungsquelle. Aber auch über die Uni sollen sich einige angesteckt haben.
Dabei sorgte vor allem der Fall der verstorbenen 18-Jährigen für Aufsehen. Das liegt unter anderem daran, dass sich ihre Familie öffentlich geäußert hat – auch, um vor den Symptomen zu warnen, die sie bei ihrer Tochter kurz vor ihrem Tod beobachtet haben.

England kämpft seit Tagen mit einem Meningitis-Ausbruch
Die verstorbene Juliette Kenny galt als fit, gesund und sportbegeistert. Nur einen Tag vor ihrem Tod soll sie noch ihre Abiturprüfung in Sport abgelegt haben. Gegenüber der „Daily Mail“ berichtet ihr Vater, dass sie dann am Morgen des 13. März (Freitag) erste Symptome der Meningitis zeigte. Diese äußerten sich bei ihr durch Erbrechen und ihre Familie beschreibt sie dabei als kreidebleich. Kurz darauf wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem sich zudem „eine Verfärbung an ihren Wangen zeigte“. Weniger als 12 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome verstarb die 18-Jährige dann im Krankenhaus.
„Wir waren bis zum Schluss bei ihr, und die letzten Geräusche, die sie hörte, waren die Stimmen derer, die sie liebten und ihr sagten, wie sehr sie geliebt und geschätzt wird“, heißt es in dem Interview von ihrem Vater. Bei dem aktuellen Virus handelt es sich um einen Meningokokken-B-Stamm. Oft wird allerdings nur gegen A, C, W und Y per Impfung geschützt, wobei etwa an der betroffenen Uni aktuell entsprechende Meningitis-Impfungen angeboten werden. Die Familie der verstorbenen Juliette Kenny appelliert nun allerdings an die Regierung, die Impfung gegen den B-Stamm grundsätzlich besser zugänglich zu machen.

Gängige Symptome einer Meningitis
Meningokokken – die Meningitis auslösenden Bakterien – sind unter anderem aufgrund ihrer schnellen Verbreitung so gefährlich. Zudem können sie neben der ohnehin schon bedrohlichen Hirnhautentzündung auch eine Sepsis auslösen. Deshalb wird vor allem in vielen Industrieländern bereits seit Jahrzehnten strikt dagegen vorgegangen, unter anderem mit Impfungen, Meldepflicht und effektiven Präventionsmaßnahmen.
Als klassische Symptome einer Meningitis gelten etwa laut der „AOK“ eher „starke Kopfschmerzen, hohes Fieber und Abgeschlagenheit“. Übelkeit und Erbrechen sind allerdings ebenfalls häufige Begleiterscheinungen, genauso wie Krampfanfälle, Lichtempfindlichkeit und die auch bei Juliette Kenny aufgetretenen kleinen Flecken auf der Haut. Die Übelkeit, die offenbar auch im Fall der verstorbenen Schülerin ein wesentliches Meningitis-Symptom war, wird in der Regel durch den erhöhten Hirndruck hervorgerufen, der entsteht, weil die Entzündung das Gehirn anschwellen lässt.

