Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass es am Frankfurter Flughafen zu mehreren Malaria-Fällen kam. Insgesamt infizierten sich sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zwei davon starben an der vor allem aus den Tropen bekannten Krankheit. Der erste Todesfall ereignete sich offiziellen Angaben zufolge bereits im Juli, der zweite dann im August. Die anderen vier Betroffenen konnten sich inzwischen wieder erholen.
Wie nun bekannt wurde, wurde die Infektionskrankheit bei zwei weiteren Personen festgestellt. Dabei handelt es sich, anders als bei den zuvor gemeldeten Fällen, nicht um Personal des Flughafens, sondern um Menschen, die im nahegelegenen Stadtteil Schwanheim wohnen. Beide befinden sich zurzeit in stationärer Behandlung. Wie konnte es dazu kommen und wie hoch ist das Risiko weiterer Infektionen?
Gesundheitsamt schätzt das Risiko für Bevölkerung als gering ein
In beiden Fällen wurde die Malaria-Diagnose schnell gestellt, heißt es vom Gesundheitsamt. Verursacher sollen sogenannte Anopheles-Mücken aus einem Malariagebiet sein, die mutmaßlich per Flugzeug nach Frankfurt gekommen sind. Die Insekten selbst können theoretisch bis zu 10 Kilometer weit fliegen, wobei ein Radius von 3 Kilometern üblich ist. Da der Stadtteil Luftlinie knapp 5 Kilometer entfernt ist, ist es aber möglich, dass die Tiere von einem Ort zum anderen geflogen sind.
Grundsätzlich ist so etwas eher selten der Fall, wie Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamtes, erklärt. Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Umgebung müssen sich entsprechend keine Sorgen machen, heißt es von offizieller Stelle. Allerdings rät die Behörde zu Mückenschutz und erhöhter Wachsamkeit bei gewissen Symptomen.

Was ist Malaria und auf welche Symptome sollte man achten?
Malaria ist eine potenziell lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch einzellige Parasiten (Plasmodien) ausgelöst wird. Als Überträger fungiert die Anopheles-Mücke, wobei die Infektion per Stich erfolgt. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch findet hingegen nicht statt, außer in seltenen Fällen über Blutkontakt.
Die Beschwerden beginnen meist 10 bis 15 Tage nach dem Mückenstich und ähneln im Anfangsstadium oft einer starken Grippe. Man sollte entsprechend auf Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber oder auch plötzliches hohes Fieber achten. Im weiteren Verlauf sehen die Symptome dann wie folgt aus:
- Krampfanfälle
- Bewusstseinstrübungen (teilweise bis zum Koma)
- Nierenversagen
- Kreislaufkollaps
- Blutarmut
- Schock
Flughafen-Malaria kommt immer wieder vereinzelt vor
Aktuell wird noch untersucht, ob es einen Zusammenhang mit den im Sommer gemeldeten Malaria-Fällen in Frankfurt gibt. Da die Mücken nur eine recht kurze Lebensspanne haben, gilt das zwar als unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Alternativ könnten weitere Insekten aus einem Risikogebiet per Flugzeug ins Land gekommen sein. Man spricht in solchen Fällen, in denen sich Menschen infizieren, ohne selbst in einem entsprechenden Risikogebiet gewesen zu sein, von einer Flughafen-Malaria.
Vergleichbare Fälle ereigneten sich unter anderem in Belgien im Jahr 2020. Damals infizierten sich ebenfalls einige Menschen, die in Gebieten nahe eines Flughafens lebten. Insgesamt sind Malaria-Infektionen in Deutschland dem RKI zufolge extrem selten, weshalb die Vorfälle „sowohl die behandelnden Ärztinnen und Ärzte als auch die zuständigen Gesundheitsbehörden vor besondere Herausforderungen“ stellen.
Zwar geht man davon aus, dass die Fallzahlen aufgrund wachsenden Reiseverkehrs in Zukunft etwas ansteigen könnten, allerdings bleibt die Gefahr der Einschätzung von Expertinnen und Experten zufolge gering. Paradoxerweise macht aber genau das eine Flughafen-Malaria auch gefährlich, da die Symptome oft fehlinterpretiert werden.

