In Trinkwasser enthalten: Ewigkeitschemikalie führt laut EU zu weniger Fruchtbarkeit

Sie sind hitzeresistent, wasserabweisend und nahezu unzerstörbar: Sogenannte Ewigkeitschemikalien sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Doch nun warnt die EU vor einer spezifischen Substanz, die bereits im Trinkwasser nachgewiesen wurde.
In Trinkwasser enthalten: Ewigkeitschemikalie führt laut EU zu weniger Fruchtbarkeit
iStock / Vera_Petrunina

Trifluoressigsäure (kurz TFA) gehört zu den sogenannten Ewigkeitschemikalien. Der Begriff bezieht sich auf mehr als 10.000 synthetische Industriechemikalien, die sich nicht auf natürliche Weise abbauen. Der Fachbegriff dafür lautet PFAS – per- und polyfluorierte Alkylverbindungen.

Den Ewigkeitschemikalien werden viele positive Eigenschaften zugeschrieben, die sie für die Industrie sehr nützlich machen. So sind sie beispielsweise enorm hitzeresistent sowie wasser-, fett- und schmutzabweisend. Allerdings zeigen Untersuchungen auch zunehmend die negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit. Jetzt ist die EU zu neuen Erkenntnissen über Trifluoressigsäure gelangt.

TFA ist wichtig für die Industrie

TFA wird vor allem als Lösungs- und Kühlmittel oder auch als Katalysator in mehreren Bereichen eingesetzt beziehungsweise entsteht es dabei als Abbauprodukt. Aber auch für die Herstellung vpn Medikamenten ist sie wichtig.

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Der Prüfausschuss der EU-Chemikalienbehörde ECHA ist jetzt allerdings zu dem Schluss gekommen, dass Trifluoressigsäure besonders schädlich ist und die Fruchtbarkeit teilweise verringert. Das kann mitunter sogar zu Unfruchtbarkeit führen.

Zudem kann die Ewigkeitschemikalie bei bereits Schwangeren dem Kind schon im Mutterleib schaden. Auch Schilddrüse und Leber werden von TFA beeinträchtigt. Das Problem: Wie bei vielen dieser Ewigkeitschemikalien ist Trifluoressigsäure bereits in die Umwelt und unter anderem ins Trinkwasser gelangt.

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Ewigkeitschemikalien Symbolbild: Glasgefäße in Chemielabor mit gelblicher Flüssigkeit
iStock / Ivan-balvan

Im Wasser und im Essen – TFA ist nahezu überall

Das liegt bei TFA auch daran, dass sie im Gegensatz zu anderen Ewigkeitschemikalien sehr wohl wasserlöslich ist. Studien haben in diesem Zusammenhang schon vor einigen Jahren festgestellt, dass sich Trifluoressigsäure bereits im Grundwasser, im Regen und damit nahezu überall befindet.

Über den natürlich Wasserzyklus gelangt sie nämlich auch in Nahrungsmittel wie Getreideprodukte oder auch in Fruchtsäfte. Für Deutschland hat eine Studie 2022 festgestellt, dass 90 Prozent der in Wasser gefundenen PFAS auf TFA zurückzuführen sind. Bislang gibt es dabei noch keine Möglichkeit, den Stoff komplett aus dem Abwasser herauszufiltern, vor allem nicht bei der herkömmliche Wasseraufbereitung.

Bei anderen Ewigkeitschemikalien ist das zumindest teilweise möglich. Zudem wird in einigen Bereichen inzwischen aktiv nach Alternativen gesucht, da PFAS immer wieder mit Dingen wie Unfruchtbarkeit oder auch einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden.

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Rechtlicher Rahmen für Ewigkeitschemikalien steht zur Debatte

Die Fachleute der EU empfehlen, TFA eine entsprechende Gefahreneinstufung zu geben. Das bedeutet alles nicht, dass jeder Kontakt im Alltag direkt schädliche Folgen haben muss. Das Problem mit Ewigkeitschemikalien ist aber, dass sie sich eben auch im Körper nicht abbauen. Werden sie also einmal aufgenommen, dann verschwinden die Stoffe nicht einfach.

Zwar stellt Trifluoressigsäure diesbezüglich einen Sonderfall dar, da es durch die Wasserlöslichkeit teilweise wieder ausgeschieden wird und sich entsprechend nicht so stark im Körper anreichert, wie andere PFAS. Allerdings ist sie aufgrund dieser Eigenschaften auch praktisch nicht mehr aus dem Grund- und Trinkwasser zu entfernen.

Am Ende entscheidet die Menge über die tatsächlichen Risiken und Schäden. Die Entscheidung der EU könnte jetzt aber ein Anstoß für strengere Regelungen in Bezug auf PFAS sein. Bereits seit Jahren wird diesbezüglich heftig diskutiert. Konkret muss darüber die EU-Kommission entscheiden.