Einer Umfrage von Galaxus aus dem Jahr 2024 zufolge duschen 43 Prozent der Deutschen jeden Tag. Für viele gehört vor allem das morgendliche Abbrausen schlicht zur Routine, viele tun es auch aus hygienischen Gründen, weil sie sich nur dann wirklich sauber fühlen. Allerdings ist die Frage nach der Dusch-Frequenz nicht nur eine von Zeit und Wasserverbrauch.
Auch für die Gesundheit spielt es eine Rolle, wie oft und sogar wann genau man duscht. Genauso relevant ist zudem, ob man sich dabei mit einem Duschgel reinigt oder nicht. Denn entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist es nicht nötig, jeden Tag zu duschen – man kann damit sogar Schaden anrichten.
Hautbarriere leidet unter zu häufigem Duschen
Expertinnen und Experten betonen immer wieder, dass es absolut ausreicht, dreimal oder sogar nur zweimal pro Woche und somit etwa alle drei Tage zu duschen. Das ist vor allem für die Haut viel gesünder, deren Schutzmantel durch Seife und Duschgel teilweise deutlich angegriffen wird. Denn Seife entfernt nicht nur Schmutz und schädliche Mikroorganismen; sie tötet auch einen Teil der guten Bakterien ab, wie die AOK erklärt.
Dabei geht es in erster Linie um Fette und Talg, die sich auf der Haut ablagern. Das klingt zunächst etwas unappetitlich und unhygienisch, ist aber etwa für den Schutz vor Krankheitserregern und auch für eine allgemein gesunde Hautbarriere enorm wichtig. Deshalb sollte man im Übrigen auch nach Möglichkeit nicht zu lange duschen, um eine unnötige Belastung zu vermeiden.
Empfindliche Haut kann durch zu häufiges Duschen zudem austrocknen. Das kann zu Juckreiz und im schlimmsten Fall sogar zu Pilzinfektionen führen. Darüber hinaus ist es auch eine unnötige Wasserverschwendung, zumal warmes Wasser zusätzlich Energie verbraucht.

Wie oft sollte man seine Dusche genau nutzen?
Eine konkrete wissenschaftliche Aussage darüber, wie oft jede und jeder duschen sollte, gibt es nicht. Individuell kann das zudem stark variieren. Neben den persönlichen Lebensumständen – etwa wie aktiv man im Alltag ist und ob man dabei viel schwitzt – spielt auch die individuelle Beschaffenheit der Haut eine Rolle.
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Fakt ist aber, dass tägliches Duschen vor allem eine Erfindung der Kosmetik-Industrie ist. Es reicht völlig aus, alle drei Tage ausgiebig zu duschen und dazwischen besonders geruchsintensive Stellen wie den Intimbereich oder die Achseln mit einem Waschlappen und gegebenenfalls mit Seife beziehungsweise einem schonenden Duschgel zu reinigen. Haare kann man unabhängig vom Rest des Körpers separat dann mit Shampoo waschen, wenn die Kopfhaut zu fettig wird.
Einzige Ausnahme bilden die Hände. Diese sollten auch im Sinne der Krankheitsvorbeugung mehrmals täglich gründlich gereinigt werden.

