In Deutschland haben rund 40 Prozent der 18- bis 59-Jährigen mindestens ein Mal in ihrem Leben Cannabis konsumiert. Das Legalisierungsgesetz wurde im April 2024 umgesetzt und sorgt dafür, dass man die Pflanze unter bestimmten Bedingungen selbst anbauen und legal konsumieren darf.
Doch auch Cannabis kann schädlich für den Körper sein. Eine Studie hat ergeben, dass der regelmäßige Konsum unter anderem den Alterungsprozess des Gehirns beschleunigen kann, erklärte Dr. Daniel Amen. Was noch im Körper vor sich geht, zeigt der Verzicht auf die Freizeitdroge. Denn es kann nach dauerhaftem Konsum zu unangenehmen Entzugserscheinungen kommen.

Mediziner warnen vor regelmäßigem Cannabis-Konsum
Schon 24 bis 72 Stunden nach dem abrupten Absetzen können Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwitzen, Übelkeit und Magenschmerzen auftreten. Mediziner haben außerdem beobachtet, dass Betroffene unter Schlafstörungen litten, die teilweise länger anhalten können. Rund drei Viertel der Konsumenten sind von dieser Nebenwirkung betroffen. Wie Experten des American Addiction Centers erklärten, „wird zwar nicht jeder, der Marihuana konsumiert, davon abhängig, aber es ist möglich, eine Marihuana-Abhängigkeit oder eine Cannabiskonsumstörung zu entwickeln“. Ob es überhaupt zu Entzugserscheinungen kommt, hängt maßgeblich von der Dauer und Intensität des Konsums ab.
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Laut der Cleveland Clinic lassen die Entzugserscheinungen in der zweiten Woche nach dem Absetzen der Droge wieder nach. Wie die Experten der Barmer erklärten, kann eine Sucht auch bei der „Anwendung von medizinischem Cannabis“ entstehen. Im Vergleich zu anderen berauschenden Substanzen sei das Risiko jedoch gering. Nach dem Absetzen können auch psychische Symptome wie eine Depression oder Angstzustände auftreten. „Die aktuelle Forschung zeigt, dass ein regelmäßiger und häufiger Cannabiskonsum die Hirnleistung und insbesondere das Gedächtnis verschlechtern kann. Abhängig vom Konsumverhalten zeigen sich zum Teil erhebliche Beeinträchtigungen bei der Lern- und Erinnerungsleistung, aber auch negative Auswirkungen auf andere kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Problemlösen und Denkleistung“, heißt es in einer Studie des Bundesgesundheitsministeriums.

Wer mit dem Cannabis-Konsum aufhört, entlastet Gehirn, Herz, Psyche und Kreislauf
Nach wenigen Tagen ohne die Droge tauchen nicht nur Entzugserscheinungen auf, auch positive Effekte können eintreten. Denn die Leistung des Gehirns soll sich wieder verbessern lassen. „Die kognitiven Funktionsdefizite scheinen jedoch umkehrbar zu sein, wobei derzeit noch unklar ist, ob und nach welcher Zeit der Abstinenz die Symptome wieder vollkommen verschwinden“, heißt es weiter. Bei Langzeitkonsumenten kann sich das Gehirn jedoch in seinem Aufbau und seiner Arbeitsweise verändern. Weitere Forschungen sind nötig, um zu verstehen, inwieweit sich diese Auffälligkeiten wieder zurückbilden können. Dauerhafter Cannabiskonsum erhöht außerdem das Risiko für Atemwegserkrankungen. Nach wenigen Tagen ohne Joint können sich demnach die Atemwege wieder erholen und sich vor allem wieder effektiver gegen Viren und Bakterien wehren.
Auch das Herz und die Gefäße werden durch den regelmäßigen Konsum belastet. Im Rahmen einer Studie wurden die Daten von 4,6 Millionen US-Bürgern ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Personen, die Cannabis konsumierten, höhere Risiken aufwiesen, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu entwickeln. Unklar war jedoch, in welcher Form und in welcher Menge die Droge konsumiert wurde. „Studien belegen nachweisbare Effekte auf unser Herz-Kreislauf-System und Wechselwirkungen mit verschiedenen Medikamenten“, erklärte Dr. Axel Harnath, Chefarzt der kardiologischen Klinik im Sana-Herzzentrum Cottbus. Wer also den Konsum einstellt, entlastet nicht nur das Gehirn, sondern insbesondere sein Herz, den Kreislauf und die Psyche.
