Die Digitalisierung hat Einzug in nahezu jeden Bereich gehalten, auch ins Dating. Die Folgen sind unter anderem zahlreiche Dating-Trends, einige davon positiv, andere eher weniger. Zu letzteren gehört auch das sogenannte „Breadcrumbing“. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort für „Brotkrumen“ ab und bezeichnet eine besondere Art der Kommunikation, die oft auch mit emotionaler Manipulation zu tun hat.
Dabei kann Breadcrumbing sowohl beim Dating als auch in Beziehungen jeglicher Art auftreten, auch bei Freundschaften. Der Name ist bei diesem Trend Programm: Eine Person wird von der anderen quasi mit Brotkrumen abgespeist. Diese Brotkrumen sind in der Regel kleine Nachrichten, Likes auf Social-Media-Profilen oder andere Zeichen der Zuwendung. Dabei geht es in der Regel darum, dass eine Seite die Kontrolle behalten möchte, ohne selbst emotional allzu investiert zu sein. Das hat jedoch zur Folge, dass die andere Person in der Schwebe und einem Zustand der Ungewissheit belassen wird, was für Betroffene teilweise schwere Folgen haben kann. Doch woran erkennt man das Vorgehen und wie sollten sich Betroffene am besten verhalten?

Breadcrumbing kann viele Formen annehmen, was es für Betroffene noch schwieriger macht
Auf die eine oder andere Art und Weise sind viele von Breadcrumbing betroffen, oft ohne sich dessen bewusst zu sein. Das liegt zum einen daran, dass die Anzeichen oft subtil sind. Zum anderen sind sie mitunter sogar widersprüchlich. Ein typischer Hinweis ist etwa eine extrem wechselhafte Kommunikation. Sogenannte Breadcrumber melden sich dabei nur unzuverlässig und es bleibt unverbindlich, wobei oft ein Treffen in Aussicht gestellt wird, das dann nicht zustande kommt. Sobald es um konkrete Pläne geht, wird es in entsprechenden Kommunikationen vage. Generell bleiben die Gespräche oft oberflächlich, wobei der oder die Breadcrumber kaum Interesse an ihrem Gegenüber zeigen. Oft senden solche Personen zudem kurze Nachrichten, die mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten.
Bei den Betroffenen führt dieses Verhalten zu Unsicherheit, Vertrauensproblemen, Frustration, einer emotionalen Belastung und auch zur Zerstörung des Selbstwertgefühls. Deshalb ist es wichtig, sich im Fall von Breadcrumbing klar abzugrenzen und eine klare Kommunikation einzufordern. Ein wichtiger Schritt dorthin ist die eigene Selbstreflexion, um die Realität zu akzeptieren. Dann ist es möglich, klare Erwartungen für sich selbst zu schaffen und sich nicht durch vage Hinweise verunsichern zu lassen.
Am besten holt man sich zudem Unterstützung von Familie, Freundinnen und Freunden. Der Austausch mit anderen Personen kann oft helfen, manipulative Muster wie die beim Breadcrumbing zu erkennen. Hat man sich Klarheit verschafft, hilft nur die eindeutige Kommunikation mit der breadcrumbenden Person und unter Umständen sogar ein Kontaktabbruch.
