Brain Freeze: Was Kopfschmerzen bei Kälte über die Gesundheit aussagen

Eiscreme oder eiskalte Getränke lösen bei vielen Menschen einen unangenehmen Kältekopfschmerz aus. Es steckt allerdings mehr hinter dem Phänomen, als man zunächst vermutet.
Brain Freeze: Was Kopfschmerzen bei Kälte über die Gesundheit aussagen
iStock / davidf

Die meisten kennen das Gefühl, wenn man in etwas sehr Kaltes beißt oder ein eisgekühltes Getränk trinkt und plötzlich ein stechendes Gefühl im Kopf verspürt. Das Phänomen wird auch „Brain Freeze“, also Gehirnfrost, genannt. Dieser Schmerz hält in der Regel nur sehr kurz an und sitzt direkt hinter der Stirn. Daher leitet sich auch der Name ab, weil es sich kurz so anfühlt, als würde das Gehirn einfrieren.

Obwohl das Ganze sehr unangenehm sein kann, ist dieser Kältekopfschmerz zum Glück nicht gefährlich. Er kann unter Umständen aber etwas über den eigenen Körper und die Gesundheit verraten. Doch wie entsteht „Brain Freeze“ überhaupt?

Darum bekommt man von kalten Lebensmitteln Kopfschmerzen

Grundsätzlich handelt es sich bei dem Schmerz um eine ganz normale Schutzreaktion des Körpers. Diese tritt nicht grundsätzlich beim Verzehr von Eis und Co. auf, sondern lediglich dann, wenn man zu viel Kaltes zu schnell aufnimmt. Dabei wird ein Signal vom Mundraum an das Gehirn gesendet, wenn dieser schlagartig kalt wird.

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Speziell im Gaumen- und Rachenbereich befinden sich nämlich zahlreiche Nerven, die sehr empfindlich auf verschiedene Dinge reagieren. Das ist richtig und wichtig, um das System eventuell vor Gefahren zu warnen, die über den Mund in den Körper gelangen können. Beim Brain Freeze geht es vor allem um den sogenannten Trigeminalnerv.

Dabei handelt es sich um einen der größten Hirnnerven, der auf die plötzliche Änderung der Temperatur reagiert. Bei Kälte ziehen sich dann die Blutgefäße im Rachen schlagartig zusammen, um zu verhindern, dass Körpertemperatur verloren geht. Das hat wiederum zur Folge, dass schlagartig mehr Blut ins Gehirn gepumpt wird, was den Druck erhöht und einen stechenden Schmerz verursacht.

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Brain Freeze: Eis am Stiel
iStock / alvarez

Brain Freeze tritt familiär bedingt auf

Wie eingangs erwähnt, kennen „die meisten“ diesen Kältekopfschmerz – allerdings nicht alle. Ob man für Brain Freeze anfällig ist oder nicht, ist nämlich familiär bedingt. Studien zeigen, dass Kinder von Eltern, die auf Kälte im Mund mit Schmerz reagieren, häufiger ebenfalls eine Reaktion darauf zeigen.

Woran das genau liegt und inwiefern eine Neigung zum Kältekopfschmerz genetisch bedingt ist, ist allerdings nicht genau geklärt. Die Untersuchungen diesbezüglich beruhen auf reiner Korrelation und nicht auf einer Identifizierung spezifischer Gene oder Ähnlichem.

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Intensiver Brain Freeze kann ein Hinweis auf Migräne sein

Auch Migräne-Patientinnen und Patienten wurden in diesem Zusammenhang untersucht. Entgegen früherer Annahmen tritt bei ihnen nicht unbedingt häufiger Brain Freeze auf. Allerdings erleben sie den Schmerz intensiver, wie bereits eine Studie in den 70er-Jahren herausfinden konnte. Das liegt vermutlich daran, dass der Trigeminalnerv durch die Migräneanfälle empfindlicher ist.

Das lässt allerdings auch Umkehrschlüsse zu. Wer etwa keine diagnostizierte Migräne hat, aber nach dem Verzehr von Eiscreme starke Schmerzen durch Brain Freeze verspürt, sollte der Sache auf den Grund gehen und das eigene Kopfschmerzverhalten genauer untersuchen.