Abnehmspritzen wie Wegovy und Ozempic werden immer beliebter. Die Arzneimittel sind eigentlich dafür vorgesehen, Diabetes vom Typ 2 zu behandeln, doch sie werden auch immer häufiger verschrieben, wenn es darum geht, Gewicht zu verlieren. Personen mit einem BMI von über 30 können die Spritzen ebenfalls nutzen.
In diesem Zusammenhang bestehen meistens weitere Erkrankungen, wie zum Beispiel Bluthochdruck, und das Gewicht soll dringend reduziert werden. Allerdings handelt es sich zumindest bei Ozempic um ein „Off-Label-Use“. In den vergangenen Monaten wurden die Abnehmspritzen weiter untersucht. Einige Studien zeigen, dass die Verwendung auch Risiken bergen kann.

Können Abnehmspritzen Augenerkrankungen auslösen? Mediziner äußern sich
Kürzlich erhielten vier Patienten aus Dänemark eine finanzielle Entschädigung, da sie schwere Sehschäden erlitten haben. Auch der Musiker Robbie Williams warnte vor Augenerkrankungen durch Mounjaro. Die Injektionen sollen seine Sehkraft spürbar verschlechtert haben. Es kam die Frage auf, ob die Mittel blind machen können. Nun warnen weitere Mediziner vor den potenziellen Nebenwirkungen. Die britische Gesundheitsbehörde gab bekannt, dass sie ihre Produktinformationen für Semaglutid-Behandlungen aktualisiert habe. Denn die Mittel sollen für eine sogenannte nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie sorgen können.
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Dabei handelt es sich um einen schmerzlosen Sehverlust durch Durchblutungsstörungen am Sehnervenkopf. Diese Nebenwirkung ist zwar äußerst selten, dennoch muss auf sie aufmerksam gemacht werden. Seit der Erstzulassung der Abnehmspritzen wurden in Großbritannien insgesamt drei Fälle gemeldet. „Die Patientensicherheit hat für die MHRA oberste Priorität, und wir überwachen kontinuierlich die Sicherheit und Wirksamkeit aller zugelassenen Arzneimittel“, erklärte Dr. Alison Cave, Chief Safety Officer bei der Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency. „Obwohl das potenzielle Risiko einer NAION für Patienten, denen Semaglutid verschrieben wird, äußerst gering ist, ist es wichtig, dass Patienten und medizinisches Fachpersonal auf die damit verbundenen Symptome achten.“
Sollte man eine „plötzliche Veränderung des Sehvermögens“ feststellen, während man Semaglutid verwendet, ist es wichtig, schnellstmöglich einen Arzt oder einen Notarzt aufzusuchen. Die EU-Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und die Packungsbeilagen wurden entsprechend aktualisiert. Novo Nordisk betonte jedoch, dass „das Nutzen-Risiko-Profil von Semaglutid weiterhin günstig ist“.
