In vielen Branchen läuft es nicht rund. Und während das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) etwa im Gesundheitswesen, im Baugewerbe, der öffentlichen Verwaltung und auch in der Industrie eine Fachkräftelücke benennt, sieht das in anderen Bereichen wiederum ganz anders aus. Gerade bei Büroarbeiten bedroht unter anderem Künstliche Intelligenz Jobs, während Unternehmen mit einer schwierigen Auftragslage und der Inflation kämpfen. In diesen Zeiten wünschen sich viele Angestellte vor allem eines in ihrem Job: Sicherheit.
Das zeigte sich unter anderem in einer Berufe-Studie 2025/26 der HDI-Versicherung. „In einer Zeit wachsender Unsicherheit scheint das Bedürfnis nach beruflicher Sicherheit auch bei leitenden Angestellten zu wachsen. Und weil dieses Sicherheitsstreben gerade auch die Jüngsten schon so stark erfasst hat, dürfte das kein vorübergehendes Phänomen sein“, erklärt etwa Jens Warkentin, Vorstandsvorsitzender der HDI Deutschland, mit Blick auf die Ergebnisse der Studie.
Dabei sind die Arbeitslosenquoten so hoch wie seit einigen Jahren nicht. Viele fragen sich deshalb vor dem wirtschaftlichen Hintergrund, wie sicher ihre Jobs aktuell sind. Ein Experte gibt in diesem Zusammenhang einige Tipps, wie man sich an seinem Arbeitsplatz möglichst unentbehrlich machen kann.

Fähigkeiten zur Problemlösung sind im Job so gefragt wie selten
Wie Sultan Waraich, Geschäftsführer bei Curato, bei „Chip“ erklärt, geht es Unternehmen zurzeit um einige grundsätzliche Kriterien, die entscheidend sein können. Dabei geht es Waraich zufolge um messbare Ergebnisse, Zuverlässigkeit, Flexibilität und vor allem auch um Problemlösungskompetenz. Denn viele Angestellte würden zwar verlässlich auf Probleme hinweisen, allerdings nicht weiter in die Zukunft denken und sich aktiv um eine Lösung bemühen.
Auch interessant: Microsoft-Studie zeigt: Diese Jobs sind vor KI am sichersten
Der Experte, dessen Unternehmen große Konzerne wie VW und RWE bei der Optimierung ihrer Stellenanzeigen unterstützt, mahnt, dass gute Arbeit allein oft nicht ausreichen würde. „Viele Mitarbeitende gehen davon aus, dass ihre Leistung automatisch bemerkt wird. In der Praxis passiert das jedoch selten“, erklärt Waraich.

Netzwerken und Sichtbarkeit gewinnen an Bedeutung
Dementsprechend müsse man sich, falls man mehr Sicherheit anstreben wolle, auch um mehr Sichtbarkeit bemühen. Dabei gehe es dem Geschäftsführer zufolge nicht darum, sich ständig in den Vordergrund zu drängen. „Es geht vielmehr darum, dass der eigene Beitrag zum Unternehmenserfolg klar erkennbar wird“, so Waraich.
In diesem Zusammenhang empfiehlt er, seine Erfolge etwa regelmäßig zu kommunizieren und Verantwortung zu übernehmen. Vor allem in schwierigen Zeiten schauen Unternehmen laut Waraich ganz genau hin, wer sich aktiv einbringen, Resilienz zeigen und eine stabile Leistung bringen würde. Es könne auch helfen, innerhalb des Unternehmens ein starkes Netzwerk aufzubauen, da Beziehungen „ein wichtiger Karrierefaktor“ sind. Auch Weiterbildungen und neue Projekte könnten helfen, vom Arbeitgeber grundsätzlich positiv und als unersetzlich wahrgenommen zu werden.

