Arbeitszeitbetrug im Homeoffice: Zahlen zeigen klare Unterschiede zwischen den Ländern

Eine neue Umfrage zeigt, dass es einige Nationen offenbar mit der Arbeit im Homeoffice nicht so genau nehmen wie andere.
Arbeitszeitbetrug im Homeoffice: Zahlen zeigen klare Unterschiede zwischen den Ländern
iStock / AleksandarGeorgiev

Noch kurz die Wäsche aufhängen, den Briefkasten überprüfen oder sich eine Mahlzeit zubereiten – diese Dingen gehen theoretisch im Homeoffice. Und auch ganz praktisch werden sie offenbar von der einen oder dem anderen umgesetzt. Dabei muss es sich nicht automatisch um Arbeitszeitbetrug handeln. Immerhin stehen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zum einen Pausenzeiten zu. Zum anderen kann man die dadurch „verlorene“ Arbeitszeit, je nach Absprache mit dem Arbeitgeber, auch hinten raus nachholen.

Viele schätzen genau diese Flexibilität im Homeoffice und es gibt diverse Studien, die belegen, dass viele zu Hause gut arbeiten und vor allem ein hybrides Modell sogar die Produktivität und Effektivität steigern kann. Allerdings gibt es natürlich auch einige schwarze Schafe, die im Homeoffice tatsächlich Arbeitszeitbetrug begehen und weniger arbeiten, als sie laut Vertrag müssten. Ein besonderes drastisches Beispiel dafür kommt aus Australien; am Ende verlor die Angestellte deshalb ihren Job. Einer aktuellen Umfrage zufolge sind das sogar insgesamt fast 80 Prozent der Befragten.

Mann langweilt sich im Homeoffice und baut einen Stifteturm
iStock / Cunaplus_M.Faba

Umfrage zeigt, dass viele bei der Arbeitszeit ein bisschen tricksen

Die Umfrage stammt von YouGov und wurde im Auftrag des Onlinehändlers Galaxus durchgeführt. Dabei ging es speziell darum, wie europäische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Arbeitszeit im Homeoffice handhaben. Insgesamt wurden dabei mehr als 5000 Personen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich befragt. Dabei wurde in nach verschiedenen Kategorien beziehungsweise Zeiträumen gefragt: 0 Minuten und somit überhaupt kein Arbeitszeitbetrug, 1–15 Minuten, 16–30 Minuten, 31–59 Minuten, 1–2 Stunden oder sogar mehr als 2 Stunden.

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Dabei zeigt sich allerdings auch: Im Vergleich nehmen es die Deutschen genauer mit der Arbeitszeit im Homeoffice, als die befragten Personen aus anderen Nationen. Ganze 31 Prozent gaben an, im Homeoffice überhaupt keine Zeit für nicht-berufliche Aktivitäten aufzuwenden. Und auch am anderen der Skala zeigt sich mit 6 Prozent der geringste Wert unter denen, die angaben, mehr als zwei Stunden nicht zu arbeiten.

Frau arbeitet produktiv im Homeoffice
iStock / martin-dm

Homeoffice erfreut sich bei Arbeitnehmern großer Beliebtheit

Am wenigsten genau nehmen es der Umfrage zufolge übrigens die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Frankreich, dicht gefolgt von Italien. Wer jetzt alles auf das Homeoffice schieben möchte, sollte allerdings vorsichtig sein. In der Umfrage wurde nämlich auch danach gefragt, ob man im Büro mitunter anderen Tätigkeiten nachgeht. Dabei zeigt sich ein ähnliches Bild mit leicht verschobenen Werten, wobei interessanterweise „nur“ noch 26 Prozent der Deutschen angaben, überhaupt keiner Ablenkung nachzugehen. Der Wert ist im Vergleich zum Homeoffice also sogar gesunken.

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Tatsächlich handelt es sich bei Arbeitszeitbetrug nicht nur um ein geringfügiges Vergehen, sondern um eine Handlung, die ernsthafte Konsequenzen haben kann. Diese können sich etwa in Form einer Abmahnung oder auch einer Kündigung zeigen. Im schlimmsten Fall droht sogar eine strafrechtliche Verfolgung.