„Doomjobbing“ betrifft immer mehr Jobsuchende: So gefährlich ist der Trend

Das sogenannte „Doomjobbing“ kommt immer häufiger vor. Allerdings hilft der Trend nur vermeintlich bei der Jobsuche, birgt aber vor allem einige Gefahren.
„Doomjobbing“ betrifft immer mehr Jobsuchende: So gefährlich ist der Trend
iStock / fizkes

Expertinnen und Experten warnen vor einem Trend, der in den USA bereits recht verbreitet ist und zunehmend auch in Deutschland ankommt: „Doomjobbing“. Dabei handelt es sich um ein Kofferwort aus den beiden Begriffen „Doomscrolling“ und „Jobsuche“. Gemeint ist das ewige Scrollen von Stellenanzeige zu Stellenanzeige.

Viele versprechen sich davon erhöhte Chancen bei einer Bewerbung und bessere Vergleichsmöglichkeiten. Tatsächlich hat das Verhalten aber einige negative Effekte, zumal es oft mit massivem Stress und Verlust- sowie Existenzängsten verbunden ist.

Lage auf dem Arbeitsmarkt ist unsicher

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist nicht in allen, aber in vielen Branchen angespannt. Dabei gibt es einige Bereiche, in denen nach wie vor ein spürbarer Personalmangel herrscht. Branchenübergreifend gibt es allerdings auch einen deutlichen Negativtrend sowie steigende Arbeitslosenzahlen. Vor allem Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger haben es dabei immer schwerer.

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Das führt dazu, dass immer mehr Leute in bestimmten Branchen und Altersgruppen auf Jobsuche sind. Die Folge ist, dass der in den vergangenen Jahren oft als arbeitnehmerfreundlich beschriebene Markt zunehmend wieder arbeitgeberfreundlich wird – zum Nachteil der Bewerberinnen und Bewerber. Und hier kommt das „Doomjobbing“ ins Spiel.

Vom Doomscrolling zum Doomjobbing: Junge Frau mit Smartphone, um die sich eine Spirale bildet
iStock / Marco_Piunti

„Doomjobbing“ erzeugt schnell eine Negativspirale

Jobsuchende scrollen nämlich oft stundenlang durch Anzeigen und durchsuchen Jobportale, jederzeit bereit, eine schnelle Bewerbung abzusetzen. Das „Doomjobbing“ gibt Personen bei der Jobsuche dann zunächst ein gewisses Gefühl von Kontrolle und Sicherheit, indem sie den Jobmarkt jederzeit im Blick haben.

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Das kann allerdings schnell ins Gegenteil kippen. Denn schnell abgeschickte und entsprechend oft eher generisch ausgelegte Bewerbungen führen statistisch gesehen seltener zu einem Bewerbungsgespräch. Das erzeugt dann ein Gefühl von Unsicherheit, was wiederum zu noch mehr „Doomjobbing“ führt – ein Teufelskreis.

Immer mehr Bewerber setzen vor allem auf Masse

Die Statistiken belegen den wachsenden Trend. So ergab eine Umfrage der Plattform „Monster“ im Jahr 2026, dass fast die Hälfte der Jobsuchenden bei ihren Bewerbungen mehr auf Masse und Geschwindigkeit als auf Qualität setzt. Das führt wiederum bei den Unternehmen zu einer Flut an genau solchen Bewerbungen.

Dazu kommt, dass sich Menschen angesichts der Entwicklung des Jobmarktes auf immer mehr Stellen bewerben, zu denen ihr Profil nur entfernt passt. Das führt ebenfalls zu mehr Absagen und verstärkt dadurch bei den Bewerberinnen und Bewerbern eher noch das Gefühl, sich auf möglichst viele Stellen bewerben zu müssen, die zumindest irgendwie zu ihrem Lebenslauf passen. Das hat psychologische Konsequenzen.

Doomjobbing: Frustrierter Büroangestellter im Anzug sitzt auf einer Treppe
iStock / triloks

Qualität und Ruhe statt „Doomjobbing“

Diese sehen ähnlich wie beim „Doomscrolling“ aus. Denn auch beim „Doomjobbing“ greift das Vorgehen immer mehr ins Privatleben ein, wobei der Blick auf die Wirklichkeit verzerrt wird. Zudem raubt das ständige Scrollen durch Jobanzeigen Energie und die häufigen Absagen belasten die Psyche.

Stattdessen empfehlen Expertinnen und Experten, die Jobsuche trotz der Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt möglichst zielgerichtet anzugehen. So sollte man sich auf bestimmte Ausschreibungen beschränken. Zwar muss das eigene Profil nicht zu 100 Prozent auf alle ausgeschriebenen Qualifikationen passen.

Dennoch sollte man als Bewerberin oder Bewerber vor allem die Kernkompetenzen erfüllen. Natürlich zählt bei einer guten Bewerbung auch Schnelligkeit. Aber eine qualitativ hochwertige, auf den inserierenden Arbeitgeber zugeschnittene Bewerbung ist immer noch der beste Weg, um zu einem Gespräch eingeladen zu werden.