Stundenlanges Scrollen auf Instagram, TikTok und Co. mag unterhaltsam sein. Die Wissenschaft ist sich aber schon lange einig, dass wenigen Vorteilen viele Nachteile gegenüberstehen. Denn oft kommt es zu „Doomscrolling“, was der Psyche aktiv schadet, sowie zu mangelnder Bewegung und Fehlhaltungen des Körpers.
Eine Studie hat jetzt zudem das Licht auf einen anderen Bereich geworfen: das Gedächtnis. Wie ein Forschungsteam nun herausgefunden hat, führt übermäßig viel Zeit auf Social Media zu Gedächtnisfehlern.
Mehr als fünf Stunden Konsum pro Tag hat massive Auswirkungen
Die Studie basiert auf der Befragung von 943 jungen Erwachsenen zwischen 18 und 35 Jahren und wurde in der Fachzeitschrift „Frontiers in Psychiatry“ veröffentlicht. Die Befragung ergab, dass bei steigender Social-Media-Zeit die Befragten immer häufiger von Gedächtnisproblemen berichteten. Am schlechtesten schnitten dabei Personen ab, die täglich mehr als fünf Stunden auf entsprechenden Plattformen unterwegs waren.
Die geringsten Gedächtnisprobleme hatten hingegen diejenigen, die täglich weniger als eine Stunde in sozialen Netzwerken verbracht hatten. Mit Gedächtnisproblemen ist in diesem Fall gemeint, dass etwa Termine vergessen oder auch Gegenstände verlegt wurden.

Social Media beeinträchtigt mehrere Gedächtnisbereiche
Aber auch das sogenannte retrospektive Gedächtnis, also das Erinnerungsvermögen, war teilweise beeinträchtigt. Das retrospektive Gedächtnis beinhaltet die Fähigkeiten, sich an Erlebtes, aber auch an Personen oder erlernte Fakten zu erinnern.
Dem gegenüber steht das prospektive Gedächtnis, das für künftige Aufgaben zuständig ist. Die Untersuchung ergab, dass beide Bereiche durch die übermäßige Nutzung von Social Media beeinträchtigt wurden. Als Grund für die Gedächtnisprobleme in diesem Zusammenhang vermuten die Expertinnen und Experten mangelnde Aufmerksamkeit.
Studienergebnisse müssen entsprechend eingeordnet werden
Durch die ständige Doppelbelastung des Gehirns und die permanenten Benachrichtigungen komme es zu entsprechenden Lücken in der Erinnerung. Informationen könnten durch die wiederholten Unterbrechungen, aber auch durch die Schnelllebigkeit der sozialen Medien zudem nicht richtig abgespeichert werden.
Zwar ist die Studie mit Vorsicht zu betrachten, da sie zum einen auf Selbsteinschätzungen der Probandinnen und Probanden beruht und zum anderen viele Faktoren nicht berücksichtigt hat, die ebenfalls das Gedächtnis beeinflussen könnten. Dennoch stellen die Ergebnisse einen klaren Bezug zwischen Gedächtnisproblemen und Social Media her.

