Es sind Szenen, wie in einem Horrorfilm – mit glücklichem Ausgang. Vor strahlend blauem Himmel fliegt eine Paragliderin, zunächst noch ganz entspannt, bis plötzlich ein kleines Flugzeug ins Bild schießt und den Gleitschirm zerstört. Dazu ist ein Knall zu hören und das Bild beginnt zu wackeln, als die Frau ins Trudeln gerät.
Anschließend sieht man sie zunächst kurz mit ihrem zerfetzten Schirm kämpfen, bevor sie die Orientierung gewinnt und dank eines Rettungsschirms sicher in einem Waldstück landen kann. Der Fall ereignete sich am 23. Mai 2026 über Zell am See und das Video ist in den sozialen Medien betitelt mit „Der Tag, an dem ich als Paragleiter eine Cessna 172 aus dem Himmel holte“.
Paragliderin veröffentlicht Statement nach Unfall
„I leb no“, sagt die Fliegerin direkt im Anschluss erleichtert in die Kamera. Das Video, das die Österreicherin auf ihr Profil gestellt hat, ging in kürzester Zeit viral. Innerhalb eines Tages wurde es 6,7 Millionen Mal angeschaut (Stand: 26. Mai).
Mit so viel Aufmerksamkeit hat die Paragliderin offenbar selbst nicht gerechnet. „Um's in meinen Worten zu sagen: 'Oida, leck mich am Arsch'. Ich hab schon damit gerechnet, dass das ein paar mehr sehen werden als meine sonstigen Videos, aber das...“, kommentiert die 44-Jährige.
Zudem stellte sie in ihrem Statement einiges klar, da das Video stellenweise für harte Kritik und Spekulationen gesorgt hatte. Diese richteten sich vor allem gegen die Person in der Cessna 172, ein viersitziges, einmotoriges Leichtflugzeug.

Wer hat Schuld an dem Vorfall? Die Luftraum-Regeln sind klar
So konnte man unter dem Video, das den Unfall der Paragliderin zeigt, Dinge lesen wie „Sieht ja fast nach Absicht aus“ oder „Der Pilot gehört eingesperrt“. Teilweise werfen einige der Fliegerin allerdings auch vor, dass sie dem Flugzeug hätte ausweichen sollen.
Dazu schreibt sie nun, dass man als Paraglider gar nicht die Möglichkeit habe, einfach auszuweichen. Deshalb sei der Luftraum in solchen Fällen klar geregelt. Die motorisierten Luftfahrtzeuge sind dazu verpflichtet, auszuweichen. Sie selbst sei „im Thermik kreisen“ gewesen, dazu heißt es: „Generell wird in der Thermik kreisenden Fluggeräten ausgewichen“.
Zudem betont die Paragliderin, dass sie und auch die Person im Flugzeug den Vorfall zum Glück unverletzt überstanden haben. Die Fragen nach einem FLARM (Abkürzung für Flight Alarm, ein elektronisches Kontrollwarnsystem) verneint sie. Ob ein solches System den Zusammenstoß verhindert hätte, kann sie rückblickend nicht mit Sicherheit sagen. Die erfahrene 44-Jährige Fliegerin schreibt allerdings, dass ihr nächster Schirm einen FLARM haben wird.
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Paragliderin wehrt sich gegen Kritik im Netz
Zu der Person in der Cessna heißt es wiederum: „Ja, ich weiß, wer das war“. Man habe nun „ganz offiziell, ohne Drama“ rechtliche Schritte in die Wege geleitet. Das betont die Paragliderin vor allem auch mit Blick auf die zahlreichen Kommentare so deutlich. „Dazu an die Lästerer und diejenigen, die mitreden, obwohl sie keine Ahnung haben und entweder den Flugzeugpiloten oder mich schlecht reden: hoffentlich habt ihr nie an einem Unfall Schuld oder Unschuld und müsst dann eure Kommentare dazu lesen“.
In einem Fluggebiet, in dem Paraglider und auch Segel- sowie Motorflieger unterwegs seien, könnten solche Unfälle einfach vorkommen, schreibt die Österreicherin. Dennoch appelliert sie an die „Motor/Segelfliegercommunity“, immer aufmerksam und wachsam zu bleiben.

