Nicht jedes italienische Lokal ist gleich: Der Unterschied zwischen Trattoria, Osteria und Ristorante

Leckere Antipasti und ein guter Wein oder doch lieber das italienische Vier-Gänge-Menü? Damit man sich in diesen Punkten gut entscheiden kann, sollte man den Unterschied zwischen den verschiedenen Restaurantarten in Italien kennen.
Nicht jedes italienische Lokal ist gleich: Der Unterschied zwischen Trattoria, Osteria und Ristorante
iStock / Moncherie

Pizza, Pasta, Tiramisu – alle lieben die italienische Küche und gehen gerne in ein italienisches Ristorante. Oder doch lieber in eine Trattoria? Oder eine Osteria? Die Begriffe sind wahrscheinlich den meisten geläufig, viele wissen allerdings nicht, worin genau der Unterschied besteht.

Im Kern handelt es sich bei allen drei Einrichtungen um Restaurants, also um eine gastronomische Einrichtung, die in erster Linie wegen ihres Essens aufgesucht wird, wobei man dort selbstverständlich auch Getränke zu sich nehmen kann. Allerdings unterscheiden sich die Trattoria, Osteria und Ristorante ein wenig in ihrer Größe und ihrem Konzept. Wer keine Enttäuschung erleben und optimal essen gehen möchte, sollte die Unterschiede kennen.

Italienisches Restaurant
iStock / Catalin Daniel Ciolca

Osteria, Trattoria und Ristorante: Italienische Lokale im Vergleich

Das Wort „Osteria“ leitet sich vom italienischen Wort „oste“ für „Gastgeber“ ab, wie Italienisch-Lehrerin Chiara auf YouTube erklärt. Traditionell handelt es sich also eher um kleine und bodenständige Orte, die historisch gesehen vor allem an größeren Straßen und Plätzen zu finden sind, an denen viele Personen vorbeikommen. Ursprünglich wurden dort vor allem kalte Speisen serviert, heute bekommt man aber auch warme Gerichte, wobei das Hauptaugenmerk auf Tradition und Einfachheit liegt. Man isst dabei in gemütlicher und zwangloser Atmosphäre und meistens auch zu vergleichsweise günstigeren Preisen.

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Unter einer „Trattoria“, die in vielen Punkten Ähnlichkeit mit einer „Osteria“ hat, versteht man ein kleines, gemütliches Gasthaus, wobei man es am ehesten mit dem Konzept einer deutschen Schenke vergleichen kann. Es gibt eine überschaubare Auswahl an Speisen, die oft sehr traditionell gehalten ist. Zudem handelt es sich meist um familienbetriebene, herzliche Einrichtungen, in denen gute italienische Hausmannskost serviert wird.

Ein „Ristorante“ ist die gehobenste der drei Formen und unterscheidet sich in der Definition im Übrigen auch von der einfachen Übersetzung: „Restaurant“. Denn es handelt sich um eine formellere und rein italienische Variante eines Restaurants. Italienisches Essen ist also Pflicht. Man bekommt hier im Vergleich die größte Auswahl an Essen, wobei die Speisekarte in der traditionellen Reihenfolge listet: Erst die Vorspeise (Antipasto), dann der „primo piatto“ (der erste Teller, der meistens aus Pasta oder Ähnlichem besteht), dann der „secondo piatto“ (der zweite Teller konzentriert sich auf Fleisch und Fisch) – Contorno (Beilagen) werden traditionell extra bestellt – und anschließend das Dolci, also das Dessert.

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Italienische Taverna mit gedeckten Tischen unter freiem Himmel
iStock / Photo Beto

Weitere italienische Lokale, die man kennen sollte

Es gibt noch einige weitere italienische Lokalformen, die in Deutschland allerdings seltener anzutreffen sind. Wer in Italien unterwegs ist, dürfte ihnen allerdings begegnen. Dazu gehören etwa auch die „Locande“ (Singular „Locanda“), die am ehesten mit einer Osteria zu vergleichen sind. Auch hier isst man eher traditionell und regional. Darüber hinaus besteht oft eine Übernachtungsmöglichkeit, am besten zu vergleichen mit einer Pension.

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In einer „Taverna“ hingegen liegt der Fokus eher auf Getränken als auf den Speisen. Zwar kann man auch dort gut essen gehen, allerdings ist die Getränkekarte in der Regel deutlich länger. In eine ähnliche Kategorie fallen die sogenannten „Birrerie“, in denen bevorzugt Bier ausgeschenkt wird. In einer „Enoteca“ oder einer „Vineria“ gibt es hingegen vor allem Wein. Einrichtungen wie „Spaghetterie“ oder natürlich „Pizzerie“ (eingedeutscht auch Pizzerien genannt) tragen ihren Schwerpunkt ebenfalls im Namen; dort gibt es vor allem den italienischen Nudelklassiker oder Pizza.