„Bed Rotting“: TikTok-Trend kann für mentale Gesundheit gefährlich sein

„Bed Rotting“ ist ein Gesundheitstrend, der vor allem auf TikTok immer wieder auftaucht und bei dem es um Selfcare und Entspannung geht. Allerdings kann das Ganze auch einen Haken haben.
„Bed Rotting“: TikTok-Trend kann für mentale Gesundheit gefährlich sein
iStock / skynesher

Sich eine Pause vom Alltag gönnen, kurz im Bett entspannen und zwanglos aufs Handy schauen oder eine Serie gucken – das versprechen sich viele von dem TikTok-Trend „Bed Rotting“. Übersetzt bedeutet das so viel wie „im Bett verrotten“. Auf der Social-Media-Plattform wird das ganze als eine Art Selfcare gefeiert, als eine bewusste Auszeit vom Alltag, die mit Yoga oder Achtsamkeitsübungen gleichzusetzen ist.

Gleichzeitig soll „Bed Rotting“ dem allgegenwärtigen Optimierungswahn etwas entgegensetzen. Statt nach einem langen Arbeitstag zwanghaft Sport zu machen oder einer aufwendigen Skincare-Routine nachzugehen, geht es darum, sich stattdessen Ruhe im Bett zu gönnen und mit gutem Gewissen auch einfach mal ein wenig Zeit zu „vertrödeln“. Doch so positiv das in einigen Situationen klingen mag, gibt es auch einige gefährliche Nachteile.

Bed Rotting: Mann liegt mit Handy tagsüber im Bett
iStock / Riska

Selbstfürsorge ist wichtig fpr die Gesundheit

Expertinnen und Experten sind sich einig, dass Selfcare beziehungsweise Selbstfürsorge immer wichtiger wird. So betont etwa die DAK in diesem Zusammenhang, dass man damit schlimme psychologische Folgen von Stress und Überarbeitung wie etwa Burnout vermeiden könne. Und unter anderem bei Novego, einem zertifizierten Unterstützungsprogramm für Menschen mit psychischen Belastungen, wird klar herausgestellt, dass Selbstfürsorge nicht einfach Luxus ist, sondern in Zeiten der digitalen Dauerbeschallung eine Notwendigkeit.

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Dabei wird allerdings immer wieder betont, dass jede Person selbst für sich herausfinden muss, was ihr guttut. Manche würde eine feste Selfcare-Routine tatsächlich bevorzugen, andere seien diesbezüglich spontaner. Doch inwiefern passt der „Bed Rotting“-Trend dabei ins Bild?

Bed Rotting: Frau liegt mit leuchtendem Handy nachts im Bett
iStock / Valerii Apetroaiei

„Bed Rotting“-Trend kann auch nach hinten losgehen

Prof. Klaus Junghanns, Schlafforscher vom Zentrum für Integrative Psychiatrie an der Lübecker Uniklinik, erklärt gegenüber dem NDR, dass „Bed Rotting“ nicht grundsätzlich schädlich sei, allerdings eher in Maßen genossen werden sollte. Denn wer zu viel und zu lange im Bett herumliege, tue seiner Psyche nichts Gutes, so der Experte. „Wenn Sie körperlich so wenig machen, geht das schon in Richtung depressive Stimmungslage.“

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Vor allem, wer eine entsprechende Veranlagung habe, solle mit „Bed Rotting“ eher vorsichtig sein, so Junghanns. Zudem setze die Bewegung am Tag einen wichtigen Grundstein dafür, dass man nachts gut schlafen könne. Da Schlaf bekanntermaßen wichtig für die körperliche und auch die psychische Gesundheit ist, sollte man diese Komponente keinesfalls vernachlässigen.

„Bed Rotting“ kann also in Maßen ab und zu guttun. Dabei kommt es allerdings sowohl auf die Dauer als auch auf Dinge an, die man dabei im Bett tut. So wird ausdrücklich davon abgehalten, dabei die ganze Zeit nur auf sein Handy zu schauen und etwa Social-Media-Inhalte zu konsumieren. Zudem sollte man dafür am besten nicht sein Bett nutzen, sondern eher das Sofa. Somit bleibt das Bett dem nächtlichen Schlaf vorbehalten. Darüber hinaus sollte man sich zumindest ein ungefähres Zeitlimit setzen.