Auf der umgangssprachlich als Index bezeichneten Liste der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) landen Inhalte, die als gefährlich für den Jugendschutz eingestuft werden. Oft geht es dabei um die Darstellung von Gewalt, aber unter anderem auch um die Aufbereitung politischer Inhalte. Im Fall des Shooters „Return to Castle Wolfenstein“ war sogar beides der Fall.
Der 2001 erschienene Titel landete aufgrund von Gewaltverherrlichung und der Verwendung von Hakenkreuzen auf dem Index. In der Bundesrepublik waren deshalb nur stark zensierte Versionen des Shooters erhältlich. Die Abbildung nationalsozialistischer Symbole ist in Deutschland nach § 86a StGB verboten beziehungsweise nur in sehr genau definierten Situationen erlaubt.
Diese Situationen beziehen sich vor allem auf die Berichterstattung über historische Ereignisse, Forschung und Lehre, aber auch auf Kunst. Dass das „Wolfenstein“-Spiel nun vom Index genommen wurde – etwa ein Jahr vor Ablauf der eigentlichen Frist – lässt deshalb wichtige Rückschlüsse auf den generellen Umgang mit Videospielen zu.
Wichtiger Kurswechsel in der Bewertung von Videospielen
Denn für Videospiele galten lange Zeit teilweise strengere Regeln als für andere Medien. Das ändert sich allerdings zusehends. Seit einigen Jahren können Spiele entsprechende Symbolik enthalten, wenn sie sozialadäquat und historisch eingeordnet werden. Die seit 2018 auch auf Videospiele anzuwendende Sozialadäquanzklausel bedeutet also vereinfacht gesagt, dass Games auch als Kunst- und Kulturgut anerkannt werden.
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Im Fall von „Return to Castle Wolfenstein“ ist die Handlung im Zweiten Weltkrieg verortet. Für eine adäquate historische Darstellung ist dabei auch die Ideologie des Nationalsozialismus entscheidend, die im Spiel zudem deutlich negativ und kritisch eingeordnet wird.

Shooter „Return to Castle Wolfenstein“ bald auch in Deutschland frei verfügbar
Die Klausel-Änderung im Jahr 2018 hatte bereits zur Folge, dass „Wolfenstein 3D“ im Jahr 2019 vom Index genommen wurde. Inzwischen steht dort nur noch ein Titel der Reihe: „Wolfenstein“ aus dem Jahr 2009. Damit wird die Shooter-Reihe in Deutschland rückblickend noch einmal völlig neu bewertet. Für Fans des Franchise, aber auch des ganzen Genres, sind das gute Neuigkeiten.
Das hat nämlich zur Folge, dass hierzulande endlich auch die unzensierte Fassung zur Verfügung steht. Zudem könnte das Spiel jetzt theoretisch auch offen beworben werden; vorher war das aufgrund der Indizierung verboten. Damit wäre sogar einer Neuveröffentlichung der Weg geebnet, zumal die Reihe eine große Fanbase hat und speziell „Return to Castle Wolfenstein“ als wichtiger Meilenstein des Genres gilt, für den man sicherlich noch einige Spielerinnen und Spieler gewinnen könnte.
Stand jetzt (31.03.2026) ist das Spiel bei Steam und anderen Shops allerdings noch blockiert. Wann genau sich das ändern wird, bleibt abzuwarten.

