Ab Juni 2026 gilt eine neue Gehaltsregel in Deutschland. Sie ist Teil des Entgelttransparenzgesetzes, das bereits seit 2017 existiert. Derzeit gilt es für Betriebe mit über 200 Mitarbeitern, in wenigen Wochen sind auch kleinere Unternehmen betroffen.
Die Richtlinie soll dafür sorgen, dass die Rechte der Arbeitnehmer gestärkt werden. Ziel ist es, mehr Transparenz und fairere Bezahlungen zu erreichen. Doch was bedeutet das genau im Arbeitsalltag? Tatsächlich bedeutet diese Neuerung nicht, dass man plötzlich erfragen darf, wie hoch das Gehalt der Kollegen ist. Doch die Arbeitgeber haben neue Pflichten.

Entgelttransparenzgesetz: Wer darf ab Juni nach dem Gehalt fragen?
Insbesondere geschlechtsbedingte Lohnunterschiede und Diskriminierung sollen durch die Entgelttransparenz-Richtlinie aufgedeckt werden. Kollegen dürfen jederzeit untereinander über ihre Gehälter sprechen und sie preisgeben, allerdings wird man beim Chef nicht erfragen können, was genau ein anderer Mitarbeiter im Monat verdient. Stattdessen werden anonymisierte Durchschnittswerte geteilt. Die EU-Mitgliedstaaten müssen die neue Richtlinie bis zum 7. Juni 2026 umsetzen. Arbeitnehmer erhalten dann in allen Betrieben Auskunft über die durchschnittlichen Gehälter in vergleichbaren Positionen.
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Schon im Bewerbungsgespräch müssen die Unternehmen künftig das Einstiegsgehalt und die Gehaltsspanne preisgeben. Zudem müssen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern regelmäßig Berichte erstellen. Kleinere Unternehmen können sich freiwillig beteiligen. Arbeitgeber müssen außerdem beweisen, dass keine Diskriminierung vorliegt. Zudem müssen Arbeitnehmer jährlich über ihr Auskunftsrecht informiert werden. Ein weiterer Vorteil ist ein Verbot, welches ebenfalls dieses Jahr in Kraft tritt. Arbeitgeber dürfen dann im Bewerbungsgespräch nicht mehr nach dem vorherigen Gehalt fragen, damit fairere Verhandlungsbedingungen geschaffen werden können.

