Rheinland-Pfalz hat verschärfte Regelungen in Bezug auf Handys auf dem Schulgelände angekündigt, wie unter anderem der SWR berichtet. Ab Februar 2027 sollen diese greifen und eine Nutzung privater digitaler Endgeräte in der gesamten Schulzeit bis einschließlich der 10. Klasse verbieten. Das bedeutet für Schülerinnen und Schüler, dass sie ihre Geräte ausschalten und in den Taschen lassen müssen, sodass sie nicht sichtbar sind.
Das Handyverbot gilt auch in Pausenzeiten oder anschließenden schulischen Betreuungsangeboten. Auf diese Weise soll der soziale Druck von Schülerinnen und Schülern genommen werden, erklärt Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU). „Und wir schaffen Raum für das, was im späteren Leben zählt: das persönliche Gespräch, die unmittelbare Interaktion.“
Pro- und Contra eines Handyverbotes an Schulen
Befürworterinnen und Befürworter von Handyverboten an Schulen verweisen schon lange auf diese Punkte. Entsprechende Regelungen können tatsächlich nachweisbar die Konzentration fördern und zudem für ein anderes Miteinander in den Pausenzeiten sorgen. Auch gegen Cybermobbing kann es helfen und zudem Heranwachsende vor digitalem Stress schützen. Es gibt aber kritische Stimmen.
Die Kritik kommt nicht nur von Schülerinnen und Schülern selbst, die sich mitunter zu stark eingeschränkt fühlen. Auch die Landesvertretung in Rheinland-Pfalz ist dagegen und merkt an, dass ein Handyverbot ein pädagogisch durchdachtes Konzept zum Umgang mit digitalen Medien nicht ersetzen könne. Viel wichtiger sei es, jungen Menschen einen guten Umgang mit diesen Medien beizubringen, denen sie im späteren Leben ohnehin ausgesetzt seien. Zudem könnten entsprechende Geräte auch als Lernmittel eingesetzt werden.
So regeln die anderen Bundesländer Handyverbote an Schulen
Da Bildung in Deutschland Ländersache ist, hat jedes Bundesland auch beim Thema Handys an Schulen eigene Regelungen. Immer häufiger ist dabei auch ein generelles Verbot im Spiel, das die Nutzung entsprechender Endgeräte auf dem Schulgelände untersagt. Eine der strengsten Regelungen diesbezüglich hat Bayern, und zwar bereits seit 2006. Im Jahr 2026 wurde noch einmal nachgeschärft, sodass das Verbot bis einschließlich Klasse 7 gilt. Ab dann können die Schulen selbst entscheiden. Diese Bundesländer haben inzwischen Handyverbote eingeführt:
- Bayern
- Bremen
- Hessen
- Rheinland-Pfalz (ab Februar 2027)
- Sachsen
- Schleswig-Holstein
- Thüringen
In den anderen Bundesländern gelten mitunter Teilverbote, die sich beispielsweise speziell auf Grundschulen beziehen wie etwa im Saarland. Die meisten anderen Länder überlassen den Schulen diese Entscheidung.

