Studie enthüllt: Das passiert im Gehirn, während man schläft

Forscherinnen und Forscher aus Genf nahmen die Aktivitäten unseres Gehirns im Schlaf genauer unter die Lupe.

, 16:51 Uhr
Studie enthüllt: Das passiert im Gehirn, während man schläft
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Ungefähr ein Drittel der Lebenszeit verbringt ein Mensch im Schlaf. Einige nehmen an, dass das Gehirn sich ausruht und in dieser Zeit Sendepause herrscht. Dies entspricht allerdings nicht den Tatsachen. Der Kopf schläft nicht und hat stattdessen viel zu tun.

Untersuchungen mit MRT-Scans legten bereits offen, dass das Gehirn im Schlaf sehr aktiv ist. Es verarbeitet Erlebnisse und Wahrnehmungen, außerdem werden schädliche Eiweiße und Stoffwechselprodukte abgebaut. Schlafen ist lebenswichtig. Nach wenigen Wochen ohne Schlaf stirbt der Mensch.

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Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universität Genf entschlüsselten nun die Gehirnaktivitäten während der Schlafphase im Rahmen einer neuen Studie. Sie fanden heraus, woran man eigentlich denkt, wenn man weggetreten ist. Demnach soll der sogenannte Hippocampus, der für die Speicherung temporärer Eindrucke verantwortlich ist, Erlebnisse und Informationen, die im Laufe des Tages entstanden sind, an die Großhirnrinde weiterleiten.

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Kommunikation der Gehirnareale im Schlaf

Durch diesen Austausch gehen Ereignisse des Tages schließlich in das Langzeitgedächtnis über. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass das Gehirn Informationen bevorzugt, die als besonders schön empfunden wurden. Diese prägen sich besser ein. „Wir wollten vor allen Dingen sehen, inwieweit positive Emotionen in diesem Prozess eine Rolle spielen“, erklärte Virginie Sterpenich, Leiterin der Studie.

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Man ließ die Probanden zwei verschiedenen Videospiele spielen. Eines wurde so manipuliert, dass man nur gewinnen konnte und eines so, dass man nur verlieren konnte. Anschließend legten sich die Teilnehmer schlafen und die Forscherinnen konnten eine deutliche Erkenntnis gewinnen: „Es war sehr klar zu erkennen, dass das Gehirn das gewonnene und nicht das verlorene Spiel erneut durchspielte, indem es die Hirnregionen aktivierte, die während des wachen Zustands aktiv waren. Sobald man schläft, verändert sich die Hirnaktivität. Nach und nach begannen unsere freiwilligen Teilnehmer, wieder an beide Spiele zu denken. Als sie in die Tiefschlafphase eintraten, dachten sie dann aber meistens nur noch an das Spiel, das sie gewonnen hatten.“

Das Ergebnis zeigte, dass sich das gewonnene Spiel in der Schlafphase besser in das Gehirn eingeprägt hatte. Es wurde als Belohnung abgespeichert und trat in das Langzeitgedächtnis über.