Sprachwandel: Aldi und Adidas duzen ihre Kunden

Aldi und Adidas sind nicht die ersten Unternehmen, die auf „Du“ bei der Kundenkommunikation setzen.

, 13:02 Uhr
Sprachwandel: Aldi und Adidas duzen ihre Kunden

Die deutsche Sprache ist im Wandel. Immer mehr Anglizismen, Gendersternchen oder die Änderung von Bezeichnungen aufgrund rassistischer Wahrnehmungen beeinflussen die deutsche Sprache anhaltend. Doch auch die Kommunikation an sich verändert sich. War früher das Siezen im Beruf noch Gang und gäbe, setzen immer mehr Unternehmen intern von der Geschäftsführung bis zum Praktikanten auf das „Du“. Aldi und Adidas gehen nun – wie einst schon Ikea – einen Schritt weiter und duzen auch ihre Kunden.

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Ikea duzt seit 2003

Bei Ikea hingegen ist das Duzen nicht neu. Beim schwedischen Möbelhersteller wird dies seit 2003 praktiziert – allerdings nicht ausnahmslos. Im Kundenservice beherrscht weiterhin das „Sie“ die Kommunikation. Auch Apple duzt seine Kunden seit 2009 – vor allem aufgrund der jungen Zielgruppe. Das ist auch das Ziel von Unternehmen wie Aldi oder Adidas.

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„Adidas ist besonders bei einer jungen Zielgruppe beliebt, für die das die natürliche Ansprache ist, und auch im Sport wird das Duzen gelebt“, wird Adidas auf nordbayern.de zitiert. Bei IKEA gehe hierbei dagegen nicht darum, die junge Zielgruppe zu erreichen. „Dies leitet sich ursprünglich von unserer schwedischen Herkunft ab. Das Ziel von Ikea ist es, nicht nur das skandinavische Design, sondern auch ein Stück Schweden in die Welt zu tragen“, so eine Sprecherin des Unternehmens.

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Auch das Telekommunikations-Unternehmen Vodafone setzt teilweise auf das „Du“. So werden Kunden auf der Webseite und im Messaging-Service via. WhatsApp geduzt – per E-Mail oder in der Telefonie setzt das deutsche Tochterunternehmen der Vodafone Group hingegen auf das „Sie“.

Das „Sie“ wird nicht aussterben

Auch Mischformen haben sich regional durchsetzen können. Das „Hamburger Sie“ bezeichnet beispielsweise die Ansprache mit dem Vornamen in Kombination mit dem Sie. In Teilen Bayern werden Leute dagegen mit dem Nachnamen geduzt. Gerade in der Erwachsenen- und Geschäftswelt stellt das Anbieten des „Du“ eine Geste dar, die man nicht jedem Geschäftspartner anbietet.

Das „Sie“ ist bereits seit 100 Jahren im Rückzug. Doch im Großen und Ganzen ist sich sicher Stefanie Stricker von der Universität Bamberg sicher: „Das „Sie“ ist derzeit klar auf dem Rückzug, allerdings nur in bestimmten Bereichen“

 

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