Omikron: Erste Forschungsergebnisse zu Übertragung und Verlauf

Die Wissenschaftler entdeckten ungewöhnliches Genmaterial.

, 08:00 Uhr
Omikron: Erste Forschungsergebnisse zu Übertragung und Verlauf

Die Corona-Pandemie sorgt weiterhin für starke Einschränkungen im Alltag sowie für überlastete Krankenhäuser. Ende November ist eine neue Mutation namens „Omikron“ aufgetaucht, die erstmals in Südafrika nachgewiesen wurde. Mittlerweile gibt es auch erste Fälle in Deutschland. Ersten Erkenntnissen zufolge weist die Corona-Variante mit 32 Mutationen im Spike-Protein die meisten der bisher entdeckten Arten von Covid-19 auf.

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Expertinnen und Experten versuchen nun die Gefahr, die von der Mutation ausgeht, so schnell wie möglich einzuschätzen. Laut der südafrikanischen Ärztin Coetzee, die bereits mehrere Infizierte behandelte, fallen die Symptome bei Omikron milder aus. „Die Symptome waren sehr mild“, bestätigte sie gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Indessen beschäftigte sich auch ein Forscherteam aus den USA mit der Frage, wie gefährlich Omikron tatsächlich ist. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Firma Nference aus Massachusetts nahmen das Virus genauer unter die Lupe.

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Ungewöhnliches Genmaterial entdeckt

Bisher ist bekannt, dass sich Omikron noch schneller und leichter ausbreitet als Delta. Die Forscher entdeckten ungewöhnliches Genmaterial. Demnach sei wahrscheinlich, dass Omikron eine seiner Mutationen erworben hat, indem es ein Stück genetisches Material von einem anderen Virus annahm, welches in denselben infizierten Zellen vorhanden gewesen ist. Es könne sich beispielsweise um Genmaterial eines Erkältungsvirus handeln.

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Diese Gensequenz ist neu und kommt in den anderen Coronavarianten nicht vor. Studienleiter Soundararajan erklärte laut dem Fernsehsender „RTL“, dass Omikron so für den Körper „menschlicher“ wirken und sich leichter verbreiten könne. Gleichzeitig könnte dies auch bedeuten, dass Omikron leichtere oder gar keine Symptome auslöst oder im schlechtesten Fall, vom Körper nicht registriert und bekämpft wird. Das Virus müsse allerdings weiter untersucht werden, um die Übertragbarkeit und den Ursprung zu bestätigen.

Virologe Drosten warnte vor voreiligen Schlüssen. Es ist noch unklar, wie schwer Krankheitsverläufe durch Omikron tatsächlich ausfallen können. Dies bestätigte auch Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie: „Dazu haben wir momentan einfach zu wenige Fälle.“

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