Neue Corona-Studie liefert Theorie für mildere Omikron-Verläufe

Forscher beschäftigten sich mit der Frage, wieso Omikron überwiegend für milde Verläufe sorgt.

, 19:21 Uhr
Neue Corona-Studie liefert Theorie für mildere Omikron-Verläufe

Patientinnen und Patienten, die sich mit der Omikron-Variante infizieren, haben zumeist nur mit milden Verläufen zu kämpfen. Krankenhausaufenthalte und Beatmungsfälle sind seltener. Doch woran liegt das genau und welche Unterschiede zur Delta-Variante gibt es?

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Mit diesen Fragen beschäftigte sich nun eine Zellstudie der Uniklinik in Frankfurt am Main. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse gemeinsam mit einem Team der britischen University of Kent. „Unsere Zellkulturexperimente liefern eine erste Erklärung dafür, warum Omikron-Infektionen häufiger milde klinische Verläufe nach sich ziehen: Offenbar kann Omikron im Gegensatz zu Delta nicht verhindern, dass die befallenen Zellen Interferon produzieren und ausschütten“, erklärte Martin Michaelis von der School of Bioscience der University of Kent.

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Interferone spielen wichtige Rolle

Omikron ist demnach im Gegensatz zu Delta besonders empfindlich gegenüber der Interferon-Antwort des Menschen. Interferone sind Proteine und Glykoproteine und als Teil des menschlichen Immunsystems vor allem für ihre antivirale und ihre antitumorale Wirkung bekannt. Fachleute aus Hongkong sind zudem der Ansicht, dass sich Omikron weniger stark in der Lunge ausbreitet. Im Vergleich zu den anderen Varianten des Coronavirus vervielfältigt sich Omikron in der Lunge zehnmal langsamer.

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Die Forscherinnen und Forscher wiesen jedoch darauf hin, dass die Studienergebnisse nicht uneingeschränkt auf die komplexere und individuelle Situation des Patienten übertragbar seien.