Motivationsschreiben: Aufbau, Beispiele, Geheimtipps

Bewerber, die sich mit ihrer Bewerbung besonders hervortun möchten, können ihren Unterlagen ein sogenanntes Motivationsschreiben beifügen. Was damit gemeint ist, worauf du dabei achten solltest und ob es sich lohnt, ein Muster oder eine Vorlage zu nutzen, erfährst du jetzt.

, 19:02 Uhr
Motivationsschreiben: Aufbau, Beispiele, Geheimtipps
fizkes/shutterstock

Definition: Was ist ein Motivationsschreiben?

Hin und wieder wird der Begriff Motivationsschreiben synonym zu dem Begriff Anschreiben verwendet. Streng betrachtet bezeichnen beide Schreiben in der Bewerbung jedoch unterschiedliche Dinge. Das Anschreiben ist etwas allgemeiner gehalten und soll den Personaler davon überzeugen, den Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen.

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Auch ein Motivationsschreiben verfolgt letztlich diesen Zweck – wie die gesamte Bewerbung eben auch. Im Unterschied zum Anschreiben ist das Motivationsschreiben jedoch häufig ein wenig individueller formuliert und geht mehr auf die persönlichen Beweggründe für die Bewerbung ein.

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Wird es der Bewerbung beigefügt, gilt es als „Dritte Seite“ oder „Seite Drei“ – das sind übrigens diejenigen Begriffe, unter denen das Motivationsschreiben ebenfalls bekannt ist. Gerade bei Bewerbungen für ein Stipendium oder bei einem berufsbegleitenden Studium wird das Motivationsschreiben immer öfter verlangt. Auch bei Initiativbewerbungen kann es nicht schaden.

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Unterschied zwischen Anschreiben und Motivationsschreiben

Anders als beim Anschreiben gibt es bei dem Motivationsschreiben keine formalen Vorgaben, an die sich der Bewerber halten müsste. Trotzdem sollte das Motivationsschreiben zur übrigen Bewerbung passen. Heißt konkret: Wenn du dein Motivationsschreiben verfasst, weil du einen bestimmten Studienplatz haben möchtest, sollte es in Form und Inhalt immer noch seriös und damit nicht zu flapsig klingen.

Motivationsschreiben Vorlagen: Soll ich sie nutzen?

Die frei formulierten Texte in der Bewerbung wie das Anschreiben oder in unserem Fall das Motivationsschreiben bereiten vielen Bewerbern Probleme. Einfach deshalb, weil sie nicht genau wissen, was sie schreiben könnten, um den Personaler zu überzeugen.

Für Anschreiben und auch für das Motivationsschreiben werden daher im Netz immer wieder Vorlagen und Muster angeboten. Ob du diese Vorlagen jedoch nutzen solltest, musst du selbst für dich entscheiden.

Lass dir die Entscheidung auf jeden Fall gut durch den Kopf gehen. Denn das Motivationsschreiben soll sehr individuell auf dich zugeschnitten sein und dem Personaler einen persönlichen Eindruck von dir und deine Fähigkeiten vermitteln.

Ob eine allgemeine Vorlage aus dem Netz das leisten kann, darf man durchaus kritisch sehen. Es ist vermutlich besser, wenn du es schaffst, ganz ohne copy and paste dein Motivationsschreiben zu verfassen. Keine Angst, wir helfen dir dabei:

Motivationsschreiben für Studium, Praktikum, Ausbildung oder Arbeit

Wenn du möchtest, kannst du auch deinem Motivationsschreiben einen Briefkopf hinzufügen. Das ist besonders dann eine gute Idee, wenn du deine Bewerbung noch in Papierform verfasst. Sollte der Bewerber deine Bewerbungsmappe mit der anderer Bewerber verwechseln, kann er dein Motivationsschreiben ganz einfach zuordnen, wenn es einen Briefkopf hat.

Beginne dein Motivationsschreiben für Studium, Praktikum, Ausbildung oder Arbeit daher damit, dass du auf der linken Seite am oberen Rand mit deiner Anschrift und Kontaktdaten startest.

Anders als beim Anschreiben brauchst du jedoch die Adresse und die Daten des Empfängers nicht noch einmal gesondert zu erwähnen, denn das machst du ja bereits dort.

Danach folgt eine wichtige Gemeinsamkeit zum Anschreiben: Hier wie dort musst du auf jeden Fall deinen Ansprechpartner namentlich nennen. Generische Ansprachen wie „sehr geehrte Damen und Herren,…“ streichst du bitte von heute an aus all deinen Bewerbungen.

Der Aufbau des Motivationsschreibens

Und dann geht es ans Eingemachte. Jetzt folgt der eigentliche Text deines Motivationsschreiben, in dem du deutlich machst, warum du die richtige Person für den Studienplatz, die Ausbildung oder den Job bist.

Das kann dir gelingen, indem du eine der beiden Gestaltungsweisen nutzt:

  1. Fließtext: Wenn du dich für die Form Fließtext entscheidest, erhält dein Motivationsschreiben den Charakter eines Briefes. Wenn dir dieses Format liegt, kannst du damit Eindruck beim Personaler machen. Denn ein gut und schlüssig formulierter Brief wirkt mit Sicherheit positiv.
  2. Aufzählungen: Wenn du dagegen eher ein Freund der knappen Worte bist, könnte diese Form die richtige für dich sein. Dabei verwendest du hauptsächlich Aufzählungen und bringst so kurz und knapp die wichtigsten Schlüsselbegriffe unter. Auch diese Form des Motivationsschreiben hat ihre Vorzüge. Vor allem den großen, dass es Zeit spart  – und davon haben Personaler in der Regel zu wenig.

Du kannst dich zwischen den beiden Optionen nicht entscheiden? Dann mach es doch auch nicht. Es spricht nichts dagegen, wenn du beiden Formen des Motivationsschreibens miteinander kombinierst. Letztlich kommt es immer nur darauf an, dass du mit dem Schreiben dich als Person bestmöglich bei dem Entscheider verkaufst.

Der Inhalt des Motivationsschreibens: So schreibst du es

Denk immer daran: Das Motivationsschreiben ist dazu da, dass du dich damit von deiner Konkurrenz um das Stipendium oder den Job abheben kannst. Du solltest die Chance daher auch nutzen und dich von Plattitüden oder Banalitäten fern halten.

Die Einleitung

Das beginnt schon bei der Überschrift des Motivationsschreibens. Natürlich kannst du als Betreff einfach und schmucklos „Motivationsschreiben“ verwenden. Das macht jedoch in der Regel nicht gerade einen umwerfenden Eindruck. Viel besser ist es, wenn du stattdessen eine Überschrift wählst, die den Leser neugierig macht und dazu bringt, sich auf jeden Fall die nächsten Zeilen anzusehen.

Vor ein paar Jahren machte ein Bewerber auf Social Media die Runde, der in seinem Anschreiben haarklein darlegte, warum die Firma, bei der er sich gerade beworben hatte, auf keinen Fall einstellen sollte. Dieser Bewerber erhielt eine Einladung zum Interview nach der anderen.

Das zeigt uns: Es kann sich lohnen, bei einem Motivationsschreiben ein wenig kreativer zu werden – natürlich nur solange es zum Unternehmen passt, bei dem du dich bewirbst. Bei einer konservativen Stiftung ist vermutlich eher Zurückhaltung gefragt, aber bei einer progressiven Uni, vielleicht sogar bei einer Bewerbung um einen künstlerischen Studiengang, könnte dieses Vorgehen durchaus erfolgversprechend sein.

Einige Bewerber entscheiden sich auch für ein Zitat, um sofort die Aufmerksamkeit des Lesenden zu gewinnen. Das kann man machen. Aber nur, wenn das Zitat entweder zu dir oder zum Unternehmen passt. Ein Zitat, das vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen deinem Motivationsschreiben vorangestellt wird, wird kaum etwas bringen. Denn der Personaler wird sich dann vermutlich nur fragen, was das Ganze soll. Und das schmälert deine Chancen, dass er sich den Rest des Motivationsschreibens anschaut.

Der Hauptteil

Im Hauptteil hast du verschiedene Möglichkeiten: Du kannst zum Beispiel schreiben, warum du dich gerade bei dieser Stiftung oder bei diesem Unternehmen bewirbst. Vorsicht: Weil es dir ums Geld geht, ist keine gute Begründung für deine Bewerbung.

Stattdessen solltest du an dieser Stelle von deinen Zielen, Vorstellungen und Werten schreiben. Wenn die mit den Unternehmenszielen in Einklang stehen, ist das auf jeden Fall ein Vorteil.

Achte darauf, dass du im Motivationsschreiben andere Schwerpunkte als im Anschreiben setzt. Der Personaler wird sich nämlich kaum darüber freuen, wenn dein Motivationsschreiben einfach eine Kopie deines Anschreibens ist. Dann ersparst du es ihm besser.

Du kannst dein Motivationsschreiben mit Überschriften gliedern. Im Anschreiben wählt man dieses Vorgehen nicht, im Motivationsschreiben kann es jedoch ganz nützlich sein. Der Personaler kann damit in denjenigen Abschnitt springen, der ihm am vielversprechendsten erscheint. Daher gilt auch für die Überschriften: Zeit nehmen und mit Bedacht auswählen. Eine nichts sagende Überschrift kannst du dir nämlich auch gleich sparen.

Der Schluss

Auch das Motivationsschreiben hat einen abschließenden Absatz. Ähnlich wie bei dem Einstieg in das Schreiben, solltest du auch bei dem Schlusssatz so kreativ wie möglich werden. Denn gerade der letzte Satz bleibt bei dem Personaler hängen. Versuch daher in den letzten Satz all das zu packen, was dir besonders wichtig ist. Du kannst beispielsweise schreiben, dass du es kaum abwarten kannst, zu einem persönlichen Gespräch zu erscheinen und deine Zuverlässigkeit unter Beweis zu stellen. Du planst nämlich mit der Bahn anzureisen und trotzdem pünktlich zu sein.