„Jibaro“: Regisseur erklärt Bedeutung hinter verstörender Netflix-Folge

Die Folge der Serie „Love, Death & Robots“ wurde im Netz heiss diskutiert.

, 21:55 Uhr
„Jibaro“: Regisseur erklärt Bedeutung hinter verstörender Netflix-Folge
Courtesy of Netflix 2022
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Vergangene Woche haben sich alle Sci-fi-Fans an der neuen Staffel von „Love, Death & Robots“ versuchen dürfen. Das dritte Format der Netflix-Animationsserie hat wieder einmal zahlreiche kreative Kurzfilme vereint, die faszinierender, schockierende und auch düsterer nicht sein könnten. Unter anderem hat Regisseur David Fincher, der unter anderem durch den Film „Fight Club“ berühmt wurde, seinen Beitrag geleistet und einen Horror-Schocker geschaffen, der sich gewaschen hat. Besonders faszinierend war jedoch die letzte Folge der Serie – erschaffen von dem Meister-Regisseur Alberto Mieglo hat „Jibaro“ jeden Zuschauer in seinen Bann gezogen und gilt als meistdiskutierte Folge der gesamten Staffel.

Der 17-minütige Film begeistert auf den ersten Blick auf jeden Fall durch seinen einzigartigen Animation-Stil, der seinesgleichen sucht. Ganz ohne Dialog muss man jedoch sehr viel in die Handlung reininterpretieren, sodass sich viele Zuschauer nicht sicher waren, um was es in der Folge eigentlich geht. Der Regisseur hat nun verraten, warum er diese verwirrende Erzählweise gewählt hat.

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Courtesy of Netflix 2022

Zwei Ebenen

Wer die Folge gesehen hat, weiß, dass es um eine Sirene und ein Ritter geht, die miteinander eine sehr gewalttätige Beziehung führen. Während die Sirene von der Gehörlosigkeit des Ritters fasziniert ist, da sie ihn so nicht mit ihrer Stimme verführen kann, begehrt er nur ihren goldenen Körper und schlägt sie nieder, um ihr die Edelsteine vom Körper zu reißen. Als sie später aufwacht und feststellt, was der Ritter ihr angetan hat, versenkt sie ihn wie zuvor seine Kameraden im See. Tatsächlich kann man die Folge jedoch laut des Regisseurs auf verschiedene Weise interpretieren.

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„In Bezug auf eine Art nonverbalen Film kann man zum Beispiel viele Dinge lösen, indem man einen Erzähler hat. Aber ich wollte in gewisser Weise ein bisschen abstrakt sein, und ich wollte auch, dass die Leute ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen. Da nichts wirklich erklärt wird, ist es im Grunde eine visuelle Darstellung, die versucht, ihnen so genau wie möglich zu sagen, was mit den Charakteren los ist. Ich mag es, weil jeder unterschiedliche Versionen des Films sehen wird. Möglicherweise muss man es zweimal ansehen. Vielleicht schaust du es dir dreimal an. Wer weiß? Nichts wird zu sehr auf den ersten Blick erklärt“, meint er gegenüber „Screenrant“.

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Trotz alldem ist es natürlich offensichtlich, dass der Regisseur mit den Rittern auf die damaligen Konquistadoren anspielt, die damals in 16. und 17. Jahrhundert Teile Amerikas kolonisiert haben. Die Sirene wird in diesem Zusammenhang also wohl Amerika als ausgeraubtes Land oder die Urbevölkerung als bestohlendes Volk darstellen. Zu gleichen Zeit sieht man in der Folge aber auch, wie sich eine toxische Liebesbeziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren entwickelt.