Europas Kriminalgeschichte steht vor Rätsel: Ungeklärter Mordfall der Isdal-Frau

Ein ungeklärter Mordfall zur Isdal-Frau beschäftigt seit Jahrzehnten die Polizei sowie Interpol und Kriminalisten in ganz Europa. Der gesamte Fall lässt einem nicht nur einen kalten Schauer über den Rücken laufen, sondern auch verdutzt zurück.

26.12.2023, 15:10 Uhr
Europas Kriminalgeschichte steht vor Rätsel: Ungeklärter Mordfall der Isdal-Frau
Symbolbild © istockphoto/WillEye
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Die Isdal-Frau – Europas größter Kriminalfall

Er gilt als einer der größten, bislang ungeklärten Kriminalfälle in ganz Europa. Der Fall der sogenannten Isdal-Frau. Experten, Ermittler und Profis sind seit Jahrzehnten mit der Lösung der Rätsel um den mysteriösen True Crime Fall bemüht. Bisher ohne nennenswerte Erfolge, denn nach wie vor gilt er als ungeklärter Mordfall, doch wer ist die Isdal-Frau überhaupt?

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In der europäischen Kriminalgeschichte gilt dieser Fall als einer der größten und ungeklärten Mordfälle überhaupt. Bislang ist nicht geklärt, wie die getötete Frau, die am 29. November 1970 ums Leben kam, wirklich getötet wurde. Sogar ihre eigentliche Identität gibt bis heute Rätsel auf. Fest steht nur, dass sie im Isdal, in der Nähe der Stadt Bergen ihr Leben ließ.

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Was geschah mit der Isdal-Frau?

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Die bekannten Fakten über die Tote sind eher schwammig. Nach dem aktuellen Kenntnisstand war die Frau 1,64 Meter groß, hatte braune Haare und war etwa zwischen 25 und 40 Jahren alt. Das sind in der Tat, eher vage Beschreibungen. Wanderer fanden die Leiche der Frau, halb verbrannt liegend, neben einem Lagerfeuer.

Neben der Toten lagen noch Überreste von ihren Kleidungsstücken. Auffällig sei, dass aus diesen alle Etiketten sehr sorgfältig entfernt waren. Ermittler fanden am Tatort auch Flaschen, doch auch diese hatten keine Etiketten mehr. Zudem war es nicht möglich, anhand von Ausweisdokumenten ihre Identität festzustellen, denn sie hatte keine Papiere bei sich.

Neben ihr fanden die Ermittler noch ein Paar Gummistiefel, zwei Plastikflaschen, die nach Benzin rochen, und Schlaftabletten in einem Gefäß. Außerdem lagen noch eine verbrannte Passhülle sowie ein Silberlöffel und eine Likörflasche bei der Toten. War es doch ein Selbstmord oder geschah hier ein schweres Verbrechen?

Seltsame Koffer gehörten zu ihr

Aufgrund der fehlenden Nachweise ihrer Identität nannten die Ermittler sie daraufhin die Isdal-Frau. Somit ist dies ein ungeklärter Mordfall der Isdal-Frau, der jedoch noch viel weitergeht. Zur Toten gehörten offenbar zwei Koffer, welche die Ermittler in einem Schließfach am Bahnhof Bergen fanden.

Der Inhalt der Koffer ist so rätselhaft wie dieser True-Crime-Fall selbst. In den beiden sichergestellten Koffern, die der Frau zugeordnet wurden, befanden sich 500 Deutsche Mark, 130 norwegische Kronen, mehrere Kleidungsstücke sowie einige Perücken und Münzen aus dem Ausland.

Es gibt eine Person, die die Frau gesehen haben will. So gab damals ein Betreiber eines Schuhgeschäfts in Stavanger zu Protokoll, er habe mit der Frau auf Englisch gesprochen. Dabei sei ihm ein Akzent aufgefallen. Sie habe dort blaue Gummistiefel gekauft, welche später am Tatort gefunden wurden. Sehr mysteriös ist allerdings, dass im Koffer ein Schreibblock lag. Auf diesem waren Codes notiert, welche mögliche frühere Aufenthaltsorte der Frau sein könnten.

Außerdem fanden die Ermittler heraus, dass die Frau quer durch Europa gereist war und dabei mindestens neun verschiedene Pseudonyme nutzte. Hierfür hatte sie auch zahlreiche gefälschte Pässe im Gepäck.

Opfer oder Täter? Wer war die Isdal-Frau?

Während die Todesumstände der Frau seit 1970 nicht geklärt werden konnten, gibt es neue Erkenntnisse. Denn aktuell führen neue Spuren nach Deutschland. Seit 2016 gibt es neue Bemühungen, den Fall aufzulösen, denn neue Technik, wie die Auswertung von DNA lassen jetzt in Kombination mit modernen Analysemethoden vielleicht den Fall gänzlich klären.

Da alles, was die Frau bei sich trug, sehr sorgfältig von Etiketten und Spuren befreit war, gab es Theorien dazu, dass die Frau eine Spionin gewesen sein könnte. In Anmeldeformularen in Hotels schrieb sie, dass sie eine Antiquitätenhändlerin sei. Die Anmeldungen waren auf Deutsch verfasst. Zudem gaben Zeugen an, dass sie sowohl Niederländisch als auch Englisch und Französisch gesprochen habe.

Als Todesursache nannte man einen Selbstmord, der jedoch zwar aus Verbrennungen und Medikamenten nicht ausgeschlossen werden konnte, jedoch fand man zwar 50 nicht komplett aufgelöste Schlaftabletten im Magen der Frau, doch gibt es Ungereimtheiten. Die Leiche wurde auf dem Rücken liegend, mit verschränkten Armen gefunden. Dies ist durchaus typisch für eine verbrannte Leiche.

Doch: Der Rücken zeigte keine Verbrennungen und bei der Autopsie wurden Prellungen am Rücken entdeckt, die entweder durch den Schlag mit einem stumpfen Gegenstand herbeigeführt worden sind, oder von einem Sturz rühren.

Neueste Fakten zur Isdal-Frau

Durch neue Zahnuntersuchungen stellte man fest, dass die Frau zum Zeitpunkt ihres Todes zwischen 36 und 44 Jahren alt war. Anhand einer DNA-Analyse konnte mittlerweile festgestellt werden, dass sie etwa 1930 in der Region von Nürnberg geboren wurde. Später soll sie dann in der deutsch-französischen Grenzregion in Süddeutschland gelebt haben.

Im Jahr 2005 meldete sich ein Bergen-Einwohner, der zum Tatzeitpunkt 26 Jahre alt war. Er erklärte, er habe fünf Tage, bevor die Leiche gefunden wurde, eine Frau in Begleitung zweier Männer gesehen. Die Männer hätten südländisch ausgesehen und trugen schwarze Mäntel. Die Frau hätte Kleidung getragen, die nicht zum Wandern geeignet gewesen sei. Sie hätte verängstigt ausgesehen, wollte etwas sagen, schloss dann aber, vermutlich aus Angst, den Mund wieder.

Seit dem 5. Februar 1971 ruht auf dem Møllendal-Friedhof in Bergen. Dieser Tod gilt heute noch als umfangreichster und ungeklärter Mordfall, denn bis heute weiß niemand, wer die Isdal-Frau war und was sie in Bergen vorhatte.