Erstes EU-Land verordnet Warnhinweise für Alkohol

Was hinter dem neuen Gesetz steckt.

08.07.2023, 17:37 Uhr
Erstes EU-Land verordnet Warnhinweise für Alkohol
Dmitry Kalinovsky/Shutterstock
Anzeige

Alkohol und Nikotin zählen zu den beliebtesten Genussmitteln. Allerdings birgt der Konsum auch zahlreiche Risiken für Körper und Gesundheit. Während mehrere Länder bereits Maßnahmen ergriffen haben, um den Tabakkonsum einzuschränken, verordnet nun das erste EU-Land Warnhinweise für Alkohol.

Ab Mai 2026 müssen die Produkte mit dem entsprechenden Hinweis versehen werden. In Irland wird dann auf der Ware der Alkohol- und Kaloriengehalt aufgeführt. Zudem sollen Gefahren vermerkt werden, die der Konsum während der Schwangerschaft birgt. Des Weiteren muss das Etikett auf den Zusammenhang zwischen Alkohol und Krebserkrankungen aufmerksam machen.

200 Millionen Euro: Saftige Gehaltserhöhung für EU-Beamte 200 Millionen Euro: Saftige Gehaltserhöhung für EU-Beamte
Anzeige
andreonegin/Shutterstock

Neues Gesetz in Irland

Die EU gab Irland für diese Pläne bereits grünes Licht. „Jeder Mensch hat das Recht, vor dem Konsum eines Produktes über dessen Risiken und Gesundheitsschädigungen informiert zu werden. Zumal auch bei geringem Alkoholkonsum ein Krebsrisiko besteht“, erklärt Burkhard Blienert, Drogenbeauftragter der Bundesregierung. Zeitgleich wird das Vorhaben von den Wirtschaftsverbänden scharf kritisiert. 

Anzeige

Irlands Pläne seien laut Ulrich Adam, Geschäftsführer des europäischen Dachverbands der Spirituosenbranche „Spirits Europe“, „nicht EU-binnenmarktkonform“. Da die Warnhinweise im Rahmen des EU-Krebsbekämpfungsplans keine Mehrheit fanden, sei es nun „hochgradig überraschend“, dass man nichts dagegen unternommen habe. Schlimmstenfalls könne man so „weitere nationale Alleingänge in diesem Bereich“ nicht stoppen.

Anzeige

„Würde künftig jedes Land eigene Vorschriften für Etiketten erlassen, wäre der gemeinsame EU-Binnenmarkt am Ende“, findet auch Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bunds. Das Gesetz ist jedoch schon beschlossen und kann nur noch durch den Europäischen Gerichtshof gekippt werden.