Debatte entfacht: Kommt jetzt das Sexkauf-Verbot in Deutschland?

Politikerin Dorothee Bär hat kürzlich dafür plädiert, Sexarbeit hierzulande zu verbieten.

15.09.2023, 13:46 Uhr
Debatte entfacht: Kommt jetzt das Sexkauf-Verbot in Deutschland?
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Die CSU-Politikerin Dorothee Bär kritisierte kürzlich die Sexarbeit in Deutschland. Es handele sich mittlerweile um das „Bordell Europas“. Mit ihren Äußerungen hat die Politikerin eine neue Debatte entfacht. Nun wird öffentlich über ein mögliches Sexkauf-Verbot in Deutschland diskutiert.

Unter anderem geht es um den Schutz von Prostituierten, die unfreiwillig in die Branche hineingeraten sind, sowie darum, die Bedingungen für die Frauen zu verbessern, die den Job gerne ausüben. Ein gänzliches Verbot wäre hier die härteste Konsequenz. "Die Situation von Prostituierten in Deutschland ist dramatisch. Wir brauchen dringend einen Paradigmen-Wechsel: ein Sexkauf-Verbot in Deutschland", sagt Bär in einem Interview.

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Dorothee Bär fordert "Nordisches Modell"

Menschen, die die Branche für ihre Business gewählt haben, würden so jedoch ihren Arbeitsplatz oder ihr Unternehmen verlieren. Deshalb fordern einige die Verbesserung der Bedingungen anstelle eines so drastischen Durchgreifens. "Deutschland hat sich zum Bordell Europas entwickelt. Deutschland ist mittlerweile auch weltweit als Land für Sex-Tourismus sehr attraktiv", erklärte Bär weiter.

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Im Jahr 2002 wurde das Prostitutionsgesetz eingeführt. Seitdem ist das Geschäft mit dem Sex nicht mehr sittenwidrig. Allerdings wird dieses eigentlich fortschrittliche Handeln Deutschlands mittlerweile stark kritisiert. Der Bundesverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen lehnt den Vorschlag von Bär jedoch ab, die unter anderem das „Nordische Modell“ fordert. Dabei werden die Käufer von Sexdiensten bestraft und nicht die Prostituierten. Momentan ist noch völlig unklar, wie die Bundesregierung in diesem Bereich verfahren wird.

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