„Besorgniserregend“: Pilz-Erreger breitet sich aus

Die Zahl der Infektionen steigt rapide an.

26.03.2023, 13:39 Uhr
„Besorgniserregend“: Pilz-Erreger breitet sich aus
Kateryna Kon/Shutterstock
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Der Pilz-Erreger Candida auris wurde im Jahr 2009 erstmals entdeckt. Seitdem hat er sich bereits in zahlreichen Regionen dieser Welt ausgebreitet. Die Forscherinnen und Forscher stehen jedoch noch immer vor zahlreichen ungeklärten Fragen. Zudem steigen die Fallzahlen in den USA nun rasant an.

„Das sind schon erhebliche Fallzahlen, dabei ist der Pilz noch nicht mal in allen Bundesstaaten verbreitet. Das ist besorgniserregend“, berichtet Oliver Kurzai von der Universität Würzburg. Im vergangenen Jahr räumte die WHO dem Erreger oberste Priorität ein. Die Gesundheitsbehörden weltweit beschäftigen sich bereits im Candida auris. Der hartnäckige Pilz ist gegen zahlreiche Antimykotika immun. Auch Desinfektionsmittel wirken nur bedingt.

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Zahl der Infektionen steigt rasant

„Candida auris ist ein weltweit verbreiteter pathogener Hefepilz, der eine invasive Kandidose im Blut, Herz, zentralen Nervensystem, Augen, Knochen und inneren Organen verursachen kann“, schrieb die WHO. Die Mortalitätsrate soll bei 29 bis 53 Prozent liegen und ist somit äußerst hoch. Die US-Gesundheitsbehörde führte deshalb eine Meldepflicht ein und stufte den Erreger als „dringende Bedrohung“ ein.

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In den USA wurden 2020 noch 756 Fälle registriert. Ein Jahr später hatten sich diese verdoppelt. Auch in Deutschland ist Candida auris bereits angekommen. Allerdings wurden seit 2015 insgesamt erst 40 Fälle registriert. „Wir sehen auch bei uns einen Anstieg. Diesen Trend beobachten wir überall in Europa und auch auf anderen Kontinenten. Wenn der Erreger erstmal in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Reha-Einrichtungen angekommen ist, haben wir ein großes Problem“, erklärt Kurzai. Die Diagnose einer Infektion ist allerdings nicht leicht. Zudem gehen von dem Erreger zahlreiche Gefahren aus. Neben einer Kandidose der Organe kann es auch zu einer Sepsis kommen. Die Forscher möchten nun weitere Untersuchungen durchführen und die Ausbreitung beobachten.

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