Neu entdeckter Schmetterling wird nach dem BVB benannt

Ein Schmetterlingsliebhaber ist offenbar auch Fan des Fußball-Clubs Borussia Dortmund. In jedem Fall hat er eine neue Art nach ihm benannt.
Neu entdeckter Schmetterling wird nach dem BVB benannt
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„Rolling Stoneflies“, „Scaptia beyonceae“, „Petroperla mickjaggeri“, „Ethostoma obama“, „Agra katewinsletae“, „Agra schwarzeneggeri“ – das alles sind Bezeichnungen für Tiere. Es gibt sogar einen Käfer namens „Anophthalmus hitleri“. Und natürlich darf auch der „Neopalpa donaldtrumpi“ in dieser Reihe nicht fehlen. Für noch unbenannte Arten Inspiration bei Prominenten zu suchen, ist nichts Ungewöhnliches. Jetzt reiht sich allerdings mit dem Fußball-Verein Borussia Dortmund (BVB) ein doch eher ungewöhnlicher Vertreter in diesen Reigen ein.

Denn mit dem „Vanewrightia borussiadortmund“ wurde ein im peruanischen Regenwald entdeckter Schmetterling nach dem deutschen Club benannt. Zu verdanken hat der BVB das einem eingefleischten Fan: Peter Klausmeier. Der 60-Jährige kommt aus Dortmund und hat die Namenspatenschaft für die erst vor einigen Jahren entdeckte Art übernommen. Dabei ging es ihm aber offenbar nicht nur um sein Fantum, sondern vor allem um die Optik des Falters, der ein echter Hingucker ist.

BVB-Logo
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„BVB-Schmetterling“ wurde in Peru entdeckt: Nur wenige Exemplare weltweit bekannt

Der „BVB-Schmetterling“ fällt nämlich vor allem durch seine schwarz-gelbe Musterung auf. Diese ist sowohl auf den Flügeln als auch auf dem Körper des Insekts zu sehen. In der Natur wirkt die Kombination aus Schwarz und Gelb wie ein Warnsignal. Die Farben zeigen anderen Tieren, dass ihr Gegenüber potenziell giftig und somit gefährlich ist. Das schützt auch die Träger vor Fressfeinden, wie etwa das Bundesamt für Naturschutz erklärt.

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„Bei einem Schmetterling dieser Farbgebung war mir sofort klar, dass der eigentlich nur einen Namen tragen sollte“, erklärte Klausmeier, der nicht nur BVB-Fan, sondern auch Biologe ist. Dabei bezieht sich der erste Teil des Namens von „Vanewrightia borussiadortmund“ auf den Entomologen Richard Irwin Vane-Wright, der zweite Teil ist hingegen ganz dem Fußball-Verein gewidmet.

Peter Klausmeier im BVB-Outfit
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Wie kann man eine Tier- oder Pflanzenart mit benennen?

Von der Möglichkeit, ein Tier mitzubenennen, hat Klausmeier eigenen Angaben zufolge durch ein Sachbuch erfahren. In der Regel benennen die entdeckenden Personen die Tiere selbst. Teilweise wird aber auch um Hilfe gebeten, die dann durch den Verein Biopat vermittelt wird. Gegen eine Spende, die in die Forschung fließt und die Entdeckung weiterer Arten fördern soll, kann man dann eine Namenspatenschaft für Tiere, aber auch für Pflanzen beantragen.

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Dieser Name muss sich Biopat zufolge„von allen bereits vergebenen Namen [unterscheiden] und unabhängig von Landessprachen weltweite Gültigkeit [haben].“ Anschließend kann man seinen Namenswunsch über ein spezielles Formular per E-Mail oder postalisch an Biopat übermitteln. Sollte der Name nicht geeignet sein, macht der Verein auch Gegenvorschläge. Anschließend muss die Art noch in einer wissenschaftlichen Zeitschrift beschrieben werden; wird diese veröffentlicht, was unter Umständen einige Monate oder sogar Jahre dauern kann, ist die Benennung offiziell und man erhält eine Patenschaftsurkunde.

Im Fall des „BVB-Schmetterlings“ hat das Ganze Peter Klausmeier im Übrigen 2800 Euro gekostet, wie der 60-Jährige berichtet. Auf der Website ist von einem Spendenbetrag von „mindestens 2600 Euro“ die Rede. Klausmeier habe dann, weil ihm das Konzept gefiel, in der Datenbank nach einem passenden Tier gesucht. Die Signalfarben des „Vanewrightia borussiadortmund“ hätten ihn sofort an den BVB erinnert. Der peruanische Entdecker nahm die Spende und den Namensvorschlag schließlich an.