Aufgrund einer brennenden Powerbank musste eine Lufthansa-Maschine außerplanmäßig landen. Solche Zwischenfälle gibt es immer wieder und sie stellen ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko dar, dem sich immer noch viele Passagierinnen und Passagiere nicht bewusst sind. Unter anderem die britische Luftfahrtbehörde Civil Aviation Authority (CAA) hat deshalb erst wieder im Juli 2026 eine Aufklärungskampagne gestartet und neue Zahlen veröffentlicht.
Diese besagen, dass sich die Meldungen von überhitzten und defekten Geräten in Flugzeugen zwischen 2024 und 2025 fast verdoppelt haben. Schon im Vorjahr war ein Anstieg von 98 Prozent zu beobachten. Dabei geht es nicht nur um Powerbanks, sondern generell um Geräte mit Lithium-Ionen-Akku. Die tragbaren Ladegeräte stellen aber eines der größten Probleme dar, da sie – anders als in der Regel Smartphones und Laptops – oft unsachgemäß verstaut werden. Das zeigte sich auch bei dem Lufthansa-Flug.
Brennende Powerbank löst Notfall bei Lufthansa aus
Der Lufthansa-Flieger war auf dem Weg von Frankfurt am Main nach Lissabon. Am Samstagabend sei dann die Powerbank eines Passagiers „im Bereich eines Sitzes in Brand geraten“, weshalb die Maschine außerplanmäßig in Lyon landen musste, wie ein Sprecher der Fluggesellschaft am Sonntagabend mitteilte.
Die Crew habe die Powerbank zwar umgehend in einem sogenannten Lithium-Sicherheitsbeutel verstaut, aus Sicherheitsgründen wurde dennoch entschieden, zu landen. Solche Taschen gehören inzwischen zur Grundausstattung von Flugzeugen. Da sie feuerfest und hitzebeständig sind, können sie effektiv dabei helfen, Brände durch beschädigte oder überhitzte Lithium-Ionen- und LiPo-Akkus einzudämmen.

Lithium-Ionen-Akkus sind ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko
Der CAA zufolge ereignen sich inzwischen im Schnitt zweimal pro Woche Vorfälle mit Lithium-Ionen-Akkus. Gleichzeitig gibt die Behörde an, dass mehr als ein Drittel der Passagierinnen und Passagiere nicht ausreichend über die Risiken aufgeklärt seien. Vor allem letztgenannter Fakt ist ein Problem, da es trotz Kontrollen und Hinweisen am Flughafen immer wieder zu Vorfällen kommt.
Aufgrund der Gefahr gibt es bereits Regelungen, dass jede Person maximal zwei Powerbanks in der Kabine mit sich führen darf. Zudem ist das Aufladen der Geräte während eines Fluges strengstens untersagt. Darüber hinaus benötigt man für eine Powerbank mit mehr als 100 Wattstunden eine Genehmigung der jeweiligen Airline. Geräte mit mehr als 160 Wattstunden sind grundsätzlich verboten.
Das sollte man bei Powerbanks in Flugzeugen beachten
Neben diesen allgemeingültigen Richtlinien der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) haben einige Airlines noch strengere Regelungen für ihre Maschinen aufgestellt. Reisende sollten sich vor dem Abflug entsprechend individuell informieren. So ist es etwa bei der Lufthansa, Eurowings, Swiss Air oder auch bei Brussels Airlines untersagt, Geräte an Bord mit einer Powerbank aufzuladen. Darüber hinaus sollten Passagierinnen und Passagiere eines Flugzeugs grundsätzlich folgende Packhinweise für Lithium-Ionen-Akkus beachten:
- Powerbanks sind im Aufgabegepäck verboten und gehören entsprechend ausschließlich ins Handgepäck.
- An Bord müssen die Akkus stets in Reichweite sein und dürfen nicht einfach im Gepäckfach verstaut werden.
- Bei Sicherheitskontrollen am Flughafen und im Flugzeug sollte man transparent mitteilen, wenn man einen mobilen Akku dabeihat.
Trotz dieser Maßnahmen kann es, wie der Lufthansa-Fall zeigt, an Bord dennoch zu Bränden kommen. In diesem Fall ist schnelles Handeln angesagt. Am besten informiert man direkt bei kleinsten Anzeichen von Gefahr wie etwa Rauchentwicklung das Personal.

