Während es – zumindest vergleichsweise – einfacher ist, seinen Vornamen zu ändern, weil eine vielfältigere Begründung zugelassen wird, ist das beim Nachnamen weitaus komplizierter. Laut Bundesinnenministerium muss dazu in erster Linie eine „familienrechtliche Statusänderung“ vorliegen, wie es etwa bei einer Heirat, Scheidung oder Adoption der Fall ist. Und auch dann darf man nur aus einer bestimmten Palette wählen und kann sich nicht einfach frei entscheiden. Grundsätzlich muss es also einen plausiblen Grund für eine Namensänderung geben. Der persönliche Geschmack zählt als keiner dieser Gründe.
Für Personen mit dem Nachnamen „Null“ gibt allerdings ganz handfeste Gründe, die unter Umständen für eine Änderung sprechen. Denn wer so heißt, hat an diversen Stellen seines Lebens mit Problemen zu kämpfen, vor allem, wenn es um Computersysteme geht. So berichten mehrere Betroffene von teils großen technischen Hürden, die sie beim Banking, der Urlaubsbuchung und vielen anderen Dingen beachten müssen.

Wer den Namen „Null“ trägt, muss mit kuriosen Systemausfällen rechnen
So schrieb der Journalist Christopher Null bereits 2015 in einem Blogbeitrag: „Mein Name macht mich für Computer unsichtbar.“ Dabei berichtet er von einem jahrelangen „E-Mail-Kampf“ mit der Bank of America, weil das System seinen Nachnamen nicht verarbeiten konnte. Die Amerikanerin Nontra Null (geborene Yantaprasert) stieß laut „Wall Street Journal“ nach der Hochzeit und der Namensänderung auf Probleme beim Visumsantrag. Der Meteorologe Jan Null berichtet hingegen unter anderem von Problemen bei Restaurantreservierungen.
Ähnlich ergeht es auch der Hausfrau Jennifer Null, die von ihrem Mann vor der Hochzeit und ihrer Namensänderung vorgewarnt wurde, dann aber doch von den einschneidenden Änderungen überrascht war, wie sie bei „BBC“ berichtet. So gab es unter anderem Probleme mit einer staatlichen Steuer-Website, dem Strom- und Gasanschluss nach einem Umzug oder auch beim Buchen von Flugtickets. Und auch in anderem Kontext, etwa auf Kfz-Kennzeichen, sorgt „Null“ für Probleme. So wird der Sicherheitsprüfer Joseph Tartaro seit Jahren mit Strafzetteln überschüttet, weil Systeme das Kennzeichen nicht verarbeiten können.

Warum der Nachname „Null“ für so viele Probleme sorgt
„Schuld“ an dem Dilemma ist der britischen Computerwissenschaftler Tony Hoare. Er etablierte die Verwendung von „null“ als Platzhalter für einen nicht vorhandenen Wert; viele wichtige Programmiersprachen wie etwa Java handhaben das auch heute noch so. Wird in ein Feld also „Null“ eingetragen, wertet das System das als leeres Feld, was bei einigen Systemen, allerdings nicht bei allen, zu einem Fehler führt. Hoare selbst bezeichnete diesen Umstand übrigens als „Milliarden-Dollar-Fehler“.
Die gute Nachricht für alle Betroffenen: Für immer mehr Systeme werden entsprechende Vorkehrungen getroffen. Zudem sind die meisten inzwischen selbst kreativ geworden. Christopher Null fügt beispielsweise ein Leerzeichen hinzu. Und Jan Null hängt einfach bei Buchungen den Anfangsbuchstaben seines Vornamens an den Nachnamen hinten an.
