Ein Kühlschrank für Menschen? Japanische Erfindung schützt vor Hitze

Bei über 40 Grad im Büro oder auf der Baustelle hilft oft auch kein Ventilator mehr. Zwei japanische Unternehmen haben deshalb eine High-Tech-Lösung entwickelt: Eine Art begehbaren Kühlschrank
Ein Kühlschrank für Menschen? Japanische Erfindung schützt vor Hitze
YouTube / @Trusco

Die aktuellen Temperaturen machen Menschen und Natur zu schaffen. Denn Hitze stellt den Körper vor diverse Herausforderungen und überlastet damit letztlich das Herz-Kreislauf-System. Das ist nicht nur gesundheitlich gefährlich, sondern belastet auch ganz nüchtern gesehen die Produktivität der jeweiligen Person.

Bei gewissen Temperaturen ist Arbeit deshalb bereits jetzt unmöglich. Für körperlich schwere Aufgaben im Freien gilt das sowieso. Aber auch in nicht klimatisierten Büroräumen wird produktives Arbeiten zunehmend belastender. Um gesundheitliche Risiken an besonders heißen Tagen zu senken, wurde in Japan die sogenannte Do-Hiemon-Box entwickelt. Grob gesagt handelt es sich dabei um eine für Menschen konzipierte Kühlkammer. Die Idee dahinter ist aber dann doch etwas komplexer.

Do-Hiemon-Boxen sollen Menschen vor Überhitzung schützen

Die Do-Hiemon-Box, über die zuerst das japanische Medium „Japan Today“ berichtete, soll Menschen bei besonders großer Hitze effizient herunterkühlen, ohne den Körper dadurch zu sehr zu belasten. Optisch muten die Kühlkammern, die von den japanischen Unternehmen SDRS und Trusco Nakayama entwickelt wurden, ein wenig futuristisch und klobig an. Dabei sollen sie theoretisch überall da zum Einsatz kommen können, wo eine Kühlung mit Klimaanlage nicht möglich ist, also beispielsweise auch in großen Lagerhallen oder neben Baustellen.

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Möglich soll das vor allem auch dank der einfachen Inbetriebnahme sein. Die kühlschrankähnlichen Kammern müssen nicht extra installiert werden. Stattdessen kann man sie flexibel dank vormontierter Rollen an den Einsatzort schieben, wo lediglich Strom vorhanden sein muss. Den Herstellerangaben zufolge liegt der Stromverbrauch bei circa 50 Prozent der Energiemenge eines gängigen mobilen Punktkühlgeräts.

Im Inneren der Boxen wird dabei eine Basistemperatur von 15 Grad gehalten. Zwar liegt die optimale Außentemperatur für Menschen zwischen 20 und 23 Grad. Allerdings soll die Kammer ja in erster Linie effizient kühlen. Wer die Do-Hiemon-Box betritt und die Tür hinter sich schließt, soll umgehend einen Kühlungseffekt spüren können.

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Gezielte Abkühlung dank Technologie

Im Inneren befindet sich eine Sitzbank. Wer sich darauf setzt, wird zusätzlich mit einem auf genau fünf Grad eingestellten Luftstrom heruntergekühlt, der auf den Kopf, Nacken und die Schultern der Person ausgerichtet ist. Den beteiligten Unternehmen zufolge tritt nach spätestens fünf Minuten eine spürbare körperliche Erleichterung ein.

Zehn Minuten in der Kammer sollen ausreichen, um sogar akute Symptome einer drohenden Hitzeerschöpfung zu lindern und die körpereigene Kerntemperatur zu senken, die durch hohe Außentemperaturen in die Höhe getrieben wird. Bei einer Hitzeerschöpfung handelt es sich um eine heftige Reaktion des Kreislaufs, die sich durch Schwitzen, Schwindel und Übelkeit nach außen zeigt.

Nach 20 Minuten schaltet sich die Anlage automatisch aus, um auf der anderen Seite eine Unterkühlung zu verhindern. Damit dieDo-Hiemon-Box im Anschluss wieder in Betrieb genommen werden kann, muss die Person die Kabine verlassen.

Es wird zunehmend an Hitzelösungen geforscht

Die an Kühlschränke erinnernden Boxen sind eine neue technologische Möglichkeit, um der enormen Hitze zu begegnen, mit der viele Länder zu kämpfen haben. Unter den extremen Bedingungen leidet auch Japan, wo zuletzt zum ersten Mal der sogenannte „Kokushobi“ ausgerufen wurde – ein neues Wort für gefährliche Hitze.

Darüber hinaus versuchen gerade viele Sektoren, Maßnahmen zu treffen, die vor allem die Infrastruktur weniger anfällig bei extrem hohen Temperaturen machen. Dazu gehören etwa kühlender Beton, der Sonnenlicht stark reflektiert, statt dessen Wärme aufzunehmen. Dazu kommt beispielsweise passive Strahlungskühlung, die unter anderem in Fassadenbeschichtung zum Einsatz kommen kann und die einen ähnlichen Effekt hat, indem die das Sonnenlicht zurückreflektiert.

Dank elektrokalorischer Kühlung werden zudem auch klassische Klimaanlagen effizienter und vor allem weniger klimaschädlich. Zunehmend wird auch Künstliche Intelligenz eingesetzt, um bei der sogenannten Mikroklima-Modellierung zu unterstützen. Mithilfe von Satellitendaten, Luftströmungen und Bebauungsstrukturen kann die Technologie Hitzezonen vorhersagen, damit schon im Vorfeld kühlende Maßnahmen eingesetzt werden können, die verhindern, dass es überhaupt zur Entstehung kommt.