Top-Stürmer Erling Haaland hätte auch für England spielen können

Einige haben ihn bereits zum coolsten Spieler der WM gekürt, am Samstag steht Erling Haaland mit seinem norwegischen Team aber mit England eine weitere riesige Herausforderung bevor. Dabei hätte der Hüne sogar selbst für die Engländer auflaufen können.
Top-Stürmer Erling Haaland hätte auch für England spielen können
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Norwegens Fußball-Männermannschaft hat es zum ersten Mal ins Viertelfinale einer Weltmeisterschaft geschafft. Dort stehen sie vor allem auch wegen ihres Top-Stürmers Erling Haaland. Der 1,95 m große Mann traf im Achtelfinale gegen Brasilien doppelt und sicherte seinem Team damit den Sieg. Und auch in den Partien vorher war er Gesicht und Rückgrat seines Teams, das nun auf das beste Abschneiden der Männer aller Zeiten bei einer WM blicken kann.

Am Samstag heißt der Viertelfinalgegner nun aber ausgerechnet England. Ausgerechnet nicht nur, weil Haaland seit 2022 für den englischen Traditionsclub Manchester City spielt. Das Netz wird aktuell von liebevollen Videos geflutet, die vor allem die Freundschaft zwischen Erling Haaland und seinem ehemaligen Borussia-Kollegen Jude Bellingham ins Zentrum stellen.

Gegen Bellingham geht es nun auch am Samstag; der Engländer traf bereits viermal und bereitete ein Tor vor. Haaland hätte aber auch selbst für England spielen und treffen können.

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Warum Haaland eine doppelte Staatsbürgerschaft hat

Was viele nämlich nicht wissen, ist, dass der norwegische Fußball-Star gar nicht in dem skandinavischen Land geboren wurde, sondern in Leeds. Das liegt nordöstlich von Manchester, wo Haaland jetzt spielt, auf halbem Weg Richtung York. Mit seiner Verpflichtung für Manchester City ist der Kicker in familiäre Fußstapfen getreten.

Sein Vater, Alf-Inge Haaland, spielte von 2000 bis 2003 für den Verein – und somit auch während der Zeit von Erlings Geburt. Deshalb hat der heutige Top-Star auch die britische Staatsbürgerschaft und hätte genauso gut für die „Three Lions“ auflaufen können. In einem Interview hat der Hüne das allerdings komplett vom Tisch geräumt.

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Jude Bellingham und Erling Haaland 2024
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Erling Haaland hat sich für Norwegen entschieden

Für ihn sei es nie in Frage gekommen, für ein anderes Land als Norwegen zu spielen, auch wenn seine Chancen auf internationale Titel in England größer gewesen wären. „Ich habe nur dreieinhalb oder vier Jahre in England gelebt. In Norwegen habe ich sehr lange gelebt, also war es ganz natürlich, mich für sie zu entscheiden“, erklärte er gegenüber „Goal.com“.

Er räumt aber ein, dass es vielleicht anders gewesen wäre, wenn seine Familie damals länger in England geblieben wäre. Allerdings verletzte sich Vater Alf-Inge, weswegen sie zurück nach Norwegen zogen. Der bis 2024 als englischer Nationaltrainer tätige Gareth Southgate gab zudem in einem Interview im Jahr 2020 zu, dass der Verband Erling Haaland erst zu spät entdeckt und dadurch die Chance verpasst hatte, ihn frühzeitig anzuwerben.

Jetzt ist es für einen Wechsel auch zu spät; selbst wenn Haaland für England spielen wollen würde, wäre das nicht mehr gestattet. Was das angeht hat die FIFA nämlich strenge Regeln.

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Wann Fußballprofis die Nationalmannschaft wechseln dürfen

Die FIFA unterscheidet in ihrem Regelwerk klar zwischen den verschiedenen Spielarten und Bereichen. So gilt beispielsweise, dass vor allem Spielerinnen und Spieler mit mehreren Staatsbürgerschaften noch das Team wechseln dürfen, wenn sie ausschließlich im Jugendbereich für eine Nation gespielt haben. Auch Einsätze in Freundschaftsspielen werden in der Regel noch nicht als Festlegung auf einen Verband gewertet.

Anders sieht das bei Pflichtspielen der A-Mannschaften aus – und davon hat Erling Haaland bereits einige gesammelt. Insgesamt kommt der 25-Jährige auf 54 Spiele für das norwegische Team, bei denen er 62 Tore geschossen hat (Stand: 9. Juli 2026). Darüber hinaus gilt eine Altersgrenze von 21 Jahren bei der FIFA.

Auch in Deutschland kommen immer wieder Wechsel von Spielern vor, die sich am Ende für eine andere Nation entscheiden, nachdem sie bereits für die Jugendmannschaft gespielt haben. Bekannte Beispiele sind etwa Kevin Prince Boateng (Ghana) oder Paul Wanner (Österreich). Ein Beispiel für den umgekehrten Fall ist der Offensivspieler Jamal Musiala, der zunächst in der englischen Jugendmannschaft gespielt, sich dann aber für den deutschen Verband entschieden hat.