Norwegens Trainer erhebt Vorwürfe: Hätte Englands Tor aberkannt werden müssen?

War es ein technischer Fehler oder ein regulärer Treffer? Nach Englands Sieg gegen Norwegen kocht die Diskussion um eine Spidercam hoch. Die FIFA und die Trainer beziehen Stellung.
Norwegens Trainer erhebt Vorwürfe: Hätte Englands Tor aberkannt werden müssen?
picture alliance

England steht im Halbfinale der WM 2026 und wird am Mittwoch gegen Argentinien spielen. Doch ob der Sieg gegen Norwegen am Wochenende tatsächlich fair gewesen ist, bleibt umstritten. Nun hat auch Norwegens Trainer Ståle Solbakken Vorwürfe erhoben.

Er ist der Meinung, dass das Tor von Jude Bellingham hätte aberkannt werden müssen. Es besteht der Verdacht, dass der Ball das Kabel einer Spidercam berührt habe und deshalb seine Flugbahn veränderte. „Ich denke, es ist ziemlich klar, dass es so war, und ja, es war eine seltsame Sache“, sagte Solbakken nach dem Spiel.

Das Spiel England gegen Norwegen bei der WM 2026
picture alliance

Hätte das England-Tor nicht zählen dürfen? Das sagt die FIFA

Doch das Tor zählte und England gelang in der 93. Minute der 2:1-Sieg gegen die Überflieger aus dem Norden. „Wir haben wieder einen Weg gefunden, zu gewinnen“, sagte Bellingham nach einer eher durchwachsenen Vorrunde. Es sei ein Sieg für das ganze Land. Doch die Tor-Diskussion überschattet diese Freude. Mittlerweile hat sich die FIFA zu Wort gemeldet und erklärt, warum das Tor eben doch zählt.

Anzeige

In einem Statement heißt es, wackelnde Kamerabilder könnten beweisen, wenn es tatsächlich einen Zusammenstoß gegeben hätte. Die FIFA teilte aber mit, dass auf den Aufnahmen der Spidercam deutlich zu sehen sei, dass die Kamera „weder wackelt noch sich bewegt“. „Das Ballsignal, der 'Herzschlag' des Balls, war die gesamte Zeit verfügbar“, heißt es weiter. Doch Norwegens Trainer hält weiter an den Zweifeln fest: „Der Ball fiel gerade herunter direkt vor unserer Bank. Ich selbst habe nicht gesehen, dass das Kabel berührt wurde, aber unsere Bank reagierte sofort.“

Mehr dazu: Top-Stürmer Erling Haaland hätte auch für England spielen können

Anzeige

Englands Trainer Thomas Tuchel verweist hingegen ebenfalls auf den Chip im Ball. Er vertraut dieser Technik und den Aussagen der FIFA. Da ein Kontakt mit dem Kabel nicht sicher bewiesen werden konnte, hat England fair und verdient gewonnen. Ob es die Nationalmannschaft bis ins Finale schafft, wird sich in wenigen Tagen zeigen. Am Sonntag könnten sie dann auf Frankreich oder Spanien treffen.