Wer aktuell sowohl in die deutschen als auch in die internationalen Serien-Charts bei Netflix schaut, sieht dort einen überraschenden Spitzenreiter. Dort thront jetzt nämlich nicht mehr die Doku über Michael Jackson oder „The Witness“. Stattdessen überzeugt offenbar eine unkonventionelle Serie aus Südkorea das Publikum: „Teach You a Lesson“.
Die Serie steht in 44 Ländern auf Platz 1 der Charts und kommt auf Plattformen wie IMDb auf überragende Bewertungen. So steht dort für „Teach You a Lesson“ aktuell eine Wertung von 8,6 zu Buche (Stand: 16. Juni 2026). Auf Rotten Tomatoes sieht es ähnlich aus. Bei Kritikerinnen und Kritikern stehen dort 83 Prozent Zustimmung, beim Publikum sogar 93 Prozent. Woher rührt die Begeisterung für die Serie?
Darum geht es in „Teach You a Lesson“ bei Netflix
Die Serie aus Südkorea verfolgt einen unkonventionellen Ansatz, der in Deutschland und anderen Ländern auch mit einer FSK-16-Freigabe bedacht wurde, denn zuweilen geht es in „Teach You a Lesson“ recht brutal zu. Der sogenannten BSS – Behörde zum Schutz des Schulwesens – sind nämlich kaum Grenzen in ihren Methoden gesetzt, um an Schulen in Südkorea wieder für Ordnung zu sorgen. Das umfasst auch Gewalt, Täuschung und ähnlich fragwürdige Vorgehensweisen.
Dahinter steckt auf politischer Seite der Bildungsminister Choi Gang-seok (Lee Sung-min), der zum Schutz der Bildung und auch im Sinne aller daran Beteiligten einmal groß aufräumen möchte. Dafür setzt er unter anderem den Ex-Soldaten Na Hwa-jin (Kim Mu-yeol) ein; die beiden verbindet darüber hinaus ein traumatisches Ereignis in ihrer Vergangenheit.
Die BSS soll der zunehmenden Gewalt an Schulen, aber auch organisierter Kriminalität, ausbeuterischem Leistungsdruck, Mobbing und Betrug etwas entgegensetzen. Die rabiaten Methoden sorgen erwartungsgemäß für Ärger, allerdings auch für zunehmende Zustimmung in der koreanischen Bevölkerung.

Die Schattenseiten des koreanischen Bildungssystems
„Teach You a Lesson“ beleuchtet in erster Linie natürlich das koreanische Bildungssystem, das noch weitaus selektiver und leistungsorientierter ist als das in vielen anderen Teilen der Welt. Das erzeugt eine Menge Druck – für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Eltern und die Lehrkräfte. Auch das ist Thema in der Serie, wobei pro Folge eine andere Täter-Opfer-Konstellation ins Zentrum rückt.
So gibt es den mobbenden Politikersohn, der die gesamte Schule terrorisiert, organisierte Banden, die es gezielt auf Schülerinnen und Schüler abgesehen haben oder auch eine Influencerin, die ihre Reichweite missbraucht, um Teile des Lehrkörpers unter Druck zu setzen.
Dabei wirft die Netflix-Serie immer wieder die Frage auf, wo eventuelle Grenzen des Systems liegen und wie weit eine Behörde gehen darf, um den Bildungsauftrag zu verteidigen. Das Konzept findet im Netz offenbar sehr viel Anklang. Einige ziehen trotz eines gänzlich anderen Stils sogar den Vergleich zur bisher erfolgreichsten Netflix-Serie aller Zeiten: „Squid Game“.
Netflix-Serie „Teach You a Lesson“ spaltet die Gemüter
Diese Einschätzung bezieht sich in erster Linie auf die fast schon satirisch überspitzte Darstellung der Konflikte, um soziale Ungerechtigkeit und Lücken im System aufzuzeigen. „Ein scharfsinniger, eindringlicher und unverzichtbarer Blick auf das moderne Bildungswesen“, heißt es etwa in einer Rezension.
Viele feiern die Moral dahinter, dass am Ende die Bösen drastisch bestraft werden. Andere kritisieren genau das und werfen der Netflix-Serie die Glorifizierung von Gewalt vor. „Teach You a Lesson“ basiert zudem auf dem koreanischen Webtoon „Get Schooled“, der bereits vor ein paar Jahren Kritik auf sich zog, weil er mit rassistischen Klischees arbeitet.
Nichtsdestotrotz fühlen sich mit Blick auf die Kommentare offenbar viele von der Gerechtigkeitsdarstellung der Serie angesprochen. Lob gibt es dabei für die Vielseitigkeit der Themen, aber auch die Dramaturgie der alles umspannenden Hintergrundgeschichte und die traditionell inszenierten Kampfszenen.

