Bei Netflix dominiert seit Wochen die Thriller-Serie „His & Hers“, wobei Fans vor allem die düstere Atmosphäre und die wendungsreiche Handlung feiern. Jetzt gibt es allerdings plötzlich eine neue Produktion in den Charts, mit der wohl die wenigsten gerechnet haben: „Finding Her Edge“. Die Miniserie kann weder mit großen Namen auf der Besetzungsliste aufwarten, noch wurde im Vorfeld viel Werbung dafür gemacht.
Dennoch landet „Finding Her Edge“ in 20 Ländern auf Platz 1 der Charts – Tendenz stabil bis steigend – und liegt damit im Gesamtbild bereits auf Platz 2. In Deutschland wird zurzeit keine andere Serie mehr gestreamt. Die Kritiken fallen dabei ausgeglichen bis sehr gut aus. Bei IMDb bekommt die Netflix-Serie eine Wertung von 5,8. Bei Rotten Tomatoes hält sie hingegen bisher den makellosen Kritiker-Score von 100 Prozent. Das Publikum bewertet mit 68 Prozent etwas verhaltener. Dabei basiert „Finding Her Edge“ auf dem gleichnamigen Roman von Jennifer Iacopelli.

Warum die Serie „Finding Her Edge“ bei Netflix so erfolgreich ist
In der kanadischen Drama-Serie geht es um die ehrgeizige Eiskunstläuferin Adrianna (Madelyn Keys). Sie kommt aus einer bekannten Eiskunstlauf-Familie, in der bereits ihr Vater und ihre verstorbene Mutter und auch ihre beiden Schwestern in dem Sport erfolgreich sind beziehungsweise waren. Nach längerer Abwesenheit kehrt Adrianna aufs Eis zurück, muss sich dafür allerdings einen neuen Partner suchen, da ihr ehemaliger Partner Freddie (Olly Atkins) inzwischen mit einer anderen antritt. Als der bereits erfolgreiche Eiskunstläufer Brayden (Cale Ambrozic) eine neue Partnerin sucht, scheint ihr Traum vom WM-Gold plötzlich wieder zum Greifen nah. Allerdings könnten Adriannas Pläne an ihren Gefühlen für Freddie und einer aufkeimenden Romanze mit Brayden scheitern. Gleichzeitig haben ihre Schwestern mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen, während Vater Will (Harmon Walsh) um den Fortbestand der familiären Eiskunstlaufschule kämpft.
Die Serie erinnert an gleich mehrere erfolgreiche Serien, die sich um Sportarten auf dem Eis drehen. Recht aktuell ist dabei die ebenfalls aus Kanada kommende Serie „Heated Rivalry“ über Eishockey, die im vergangenen Jahr sehr gute Kritiken einfahren konnte und bald bei HBO Max zu sehen ist. Langjährige Netflix-Nutzerinnen und -Nutzer können sich auch sicherlich noch an „Spinning Out“ mit Kaya Scodelario erinnern. Gleichzeitig haben Dreiecksbeziehungen in Netflix-Dramen eine erfolgreiche Tradition, wie Formate wie „Ich und die Walter Boys“ bereits bewiesen haben.
Dass diese Konstellation für den Erfolg mindestens mitverantwortlich ist, zeigen auch die Kommentare des Publikums. Dort kann man beispielsweise lesen: „Das Teen-Drama, von dem ich nicht wusste, dass ich es brauche“. Viele vergleichen die Netflix-Serie auch mit dem Erfolgsformat „The Summer I Turned Pretty“ und Kommentare wie „Ich brauche unbedingt Staffel 2“ findet man zuhauf. Einige ärgern sich allerdings über das Ende und hätten sich eher einen anderen Ausgang gewünscht. Ob sich die Serie allerdings auch gegen die bald startende vierte Staffel von „Bridgerton“ behaupten kann, ist mindestens fraglich.
